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Korruption und Compliance im Sport

Gegenstand, Umfang und Folgen der Korruptionspräventionspflicht im Sportverein

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Marie Vaudlet

Der Sport besitzt in der Gesellschaft eine herausragende Bedeutung, wodurch der sportliche Wettkampf auch zunehmend einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt. Hierdurch verstärken sich gleichzeitig die Risiken einer strafbaren Manipulation dieses Wettbewerbs, bspw. durch Doping oder Matchfixing. Gleichwohl spielt das Thema Compliance im Vereinsrecht bislang noch eine eher untergeordnete Rolle. Die Arbeit stellt die sportspezifischen, strafrechtlichen Risiken eines Sportvereins dar, deren Analyse die Grundlage der Präventionsarbeit bildet, und zeigt konkrete Maßnahmen zur Erfüllung der Präventionspflicht auf. Zudem werden die möglichen straf-, zivil- und ordnungswidrigkeitsrechtlichen Folgen einer mangelhaften oder fehlenden Ausübung dieser Pflicht beschrieben.

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B. Begriffsbestimmungen

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Zum besseren Verständnis werden die im Weiteren verwendeten Begrifflichkeiten im Folgenden erläutert.

Der Verein stellt die Urform aller rechtsfähigen juristischen Personen des Zivilrechts dar.15 Eine Legaldefinition des zivilrechtlichen Vereinsbegriffs besteht gleichwohl nicht.16 Die Voraussetzungen eines Vereins sind jedoch durch die herrschende Auffassung festgelegt und beinhalten „eine auf Dauer berechnete Verbindung einer größeren Anzahl von Personen17 zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks, die nach ihrer Satzung körperschaftlich organisiert ist, einen Gesamtnamen führt und auf einen wechselnden Mitgliederbestand angelegt ist.“18 Im Sportbereich wird der Begriff des „Sportvereins“ dabei nicht nur für Vereine benutzt, die den genannten Voraussetzungen entsprechen. Ebenfalls unterfallen hierunter umgangssprachlich die Vereine, die als Profiabteilung ihres Vereins ausgegliedert und als Kapitalgesellschaften organisiert sind.19 Im Folgenden wird unter dem Begriff „Verein“ daher lediglich der auch so organisierte verstanden.

Aus der Vereinsautonomie aus Art. 9 Abs. 1 GG leitet sich das Recht zur freien Wahl der Organisationsform ab, welche auch die freie Gestaltung einer Satzung beinhaltet.20 Vereinsrechtlich regelt § 25 BGB das Recht zur Implementierung einer eigenen Vereinssatzung. Diese kann in vielen Punkten von den gesetzlichen Vorgaben der §§ 26 ff. BGB abweichen, § 40 BGB. Grds. beinhaltet die Satzung als Teil der Vereinsverfassung sämtliche wesentliche Grundentscheidungen, welche für das Vereinsleben entscheidend sind.21 Hierzu gehören neben dem Namen, Zweck und Sitz des Vereins22 auch Regelungen über die Mitgliedschaft, Aufgaben und Tätigkeiten der Vereinsorgane und deren Zusammensetzung, die Berufung der Mitgliederversammlung und die Beitragspflicht.23 Im Übrigen regeln die §§ 26 ff. BGB...

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