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Das Verhältnis von Mensch und Maschine im Werk Heinrich Hausers

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Mirjam Schubert

Diese Monografie ist die erste umfassende literaturwissenschaftliche Analyse des Gesamtwerks des Schriftstellers, Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmers Heinrich Hauser (1901−1955). Im Fokus steht eine für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts typische Schlüsselfrage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Die Autorin beleuchtet das künstlerische Schaffen Hausers vor dem Hintergrund seiner ideen- und kulturgeschichtlichen Provenienz und zeigt, wie Hauser in seinen Werken den allgemeinen Krisendiskurs der Moderne aufgreift. Darüber hinaus liefert die Publikation einen kritischen Einblick in die Biografie eines Vertreters des Literatursystems der Weimarer Republik, der NS-Zeit und des Exils, der sich einer vereinfachenden Kategorisierung der Literaturgeschichte entzieht.

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2. Heinrich Hauser: Sein Leben und Arbeiten im zeit-​ und literaturgeschichtlichen Kontext

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Um Heinrich Hausers Texte und deren Entstehung, sein Schaffen als Autor und Schriftsteller und seine thematischen Schwerpunkte einordnen zu können, muss man den zeitgeschichtlichen, politischen, kulturellen und sozialen Kontext seiner Zeit vor Augen haben.113 Daher werde ich im Folgenden Hausers Leben und seinen Werdegang im Überblick skizzieren und mit den zeitgenössischen Umständen und Geschehnissen in Beziehung setzen.

Heinrich Hauser wird am 27. August 1901 in Berlin geboren.114 Er gehört damit zu einer Generation von Schriftstellern, die im Krieg und durch den Krieg (literarisch) sozialisiert wird und kurz nach Gründung der Weimarer Republik zu schreiben beginnt.115 Es ist eine Generation, die, so Walter Delabar, „knapp zu jung ist, um in den Krieg zu ziehen, und zu jener sozialen Schicht [gehört], die dennoch Wert auf eine militärische Karriere legt“.116 Karl Prümm bezeichnet sie als „Jugend ohne Väter“117, Detlev J. K. Peukert als „die überflüssige Generation“.118 Das „Gefühl des Überflüssigseins“ resultiert, so Peukert, zum einen aus der Massenarbeitslosigkeit, von der diese Generation besonders stark betroffen ist. Zum anderen entsteht dieses Gefühl aus der Tatsache, zwar durch den Krieg geprägt worden zu sein, an ihm aber nicht teilgenommen zu haben, wodurch sie am „legitimierenden Mythos der Fronterfahrung“ nicht teilhaben kann.119 ←48 | 49→Aus diesem Umstand diagnostiziert Delabar bei Heinrich Hauser – wie auch bei anderen Vertretern dieser Generation – eine „Ruhelosigkeit“.120 Anders als die (älteren) Kriegsteilnehmer, die nach Kriegsende möglichst schnell in ihr gewohntes Leben...

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