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Späte Schriften zur Literatur. Teil 1: Zur Literatur der Moderne und zur Literaturgeschichte

Herausgegeben von Hans-Edwin Friedrich

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Helmut Heißenbüttel

Edited By Hans-Edwin Friedrich

Mit der dreibändigen Jubiläumsedition zum 100. Geburtstag liegen erstmals Helmut Heißenbüttels späte Schriften zur Literatur in gesammelter Form vor. Sie enthält bislang nur verstreut veröffentlichte Texte und zeichnet wesentliche Entwicklungslinien des essayistischen Werks nach.

Im ersten Teil sind Aufsätze zur Literaturgeschichte und zur Moderne zusammengestellt. Er dokumentiert eine fortlaufende Beschäftigung mit einem historischen Bruch, der den Ausgangspunkt für Heißenbüttels eigenes Werk darstellt. Zugleich zeigt er wesentliche Verschiebungen in der Bewertung des Fortschrittsgedankens sowie bislang weniger bekannte Schwerpunktsetzungen in der Beschäftigung mit Kurt Schwitters sowie Autoren der konservativen Moderne auf. Er versammelt Schriften u.a. zu Carl Einstein, Arnold Schönberg, Rudolf Borchardt und Max Kommerell. Erstmals sind auch alle Beiträge zu Ernst Jünger aufgenommen.

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Gertrude Stein und Kurt Schwitters

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sind bis 1914, genauer, bis etwa gegen die Mitte des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts, noch an den Maßstäben der aus dem 19. Jahrhundert überlieferten Tradition zu messen. Danach treten sie daraus heraus und demonstrieren eine entschiedene und entscheidende Wende, was den literarischen Gebrauch der Sprache betrifft. Gertrude Stein erreicht diese Grenze etwa mit Tender buttons 1914, obwohl auch hier, in der Vorstellung eines verbalen Kubismus, die Sätze und Satzgruppen noch gedacht sind als soetwas wie Äquivalente von Dingen, nach denen die „Knöpfe“ benannt sind. Herausgetreten aus dem Bereich der Überlieferung ist Gertrude Stein mit dem Buch Geography and Plays 1922, ihrem ersten Sammelband. Kurt Schwitters, dreizehn Jahre jünger, demonstrierte die Wende in der Erfindung von Merz. Dieses Wort mehr als der gebräuchliche Sammelbegriff Dadaismus bezeugt seinen Standpunkt. Merz ist nichts und alles. Alles kann Merz sein. Die Unsinnigkeit dieses Worts garantiert ihm den einzigen Sinn, der möglich ist, den der Autonomität des Worts. Was wegfällt, ist die Erklärung, die diskursive Ableitung und der Rückbezug auf einen theologischen oder philosophischen Schlüssel. Merz ist die Wende, die Kurt Schwitters anzeigt. In sie eingeschlossen ist die Reduzierung der Literatur auf i. In dem Fibelvers, der das alte deutsche Schreib-i begleitete, findet der i-Künstler die Erklärung nicht nur der Literatur und Kunst, sondern der ganzen Welt: „rauf runter rauf, Pünktchen oben drauf “. Dieser Reim löst Mallarmés Livre ein. Dies ist eine Skizze. Ich habe zwei Namen,...

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