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Späte Schriften zur Literatur. Teil 1: Zur Literatur der Moderne und zur Literaturgeschichte

Herausgegeben von Hans-Edwin Friedrich

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Helmut Heißenbüttel

Edited By Hans-Edwin Friedrich

Mit der dreibändigen Jubiläumsedition zum 100. Geburtstag liegen erstmals Helmut Heißenbüttels späte Schriften zur Literatur in gesammelter Form vor. Sie enthält bislang nur verstreut veröffentlichte Texte und zeichnet wesentliche Entwicklungslinien des essayistischen Werks nach.

Im ersten Teil sind Aufsätze zur Literaturgeschichte und zur Moderne zusammengestellt. Er dokumentiert eine fortlaufende Beschäftigung mit einem historischen Bruch, der den Ausgangspunkt für Heißenbüttels eigenes Werk darstellt. Zugleich zeigt er wesentliche Verschiebungen in der Bewertung des Fortschrittsgedankens sowie bislang weniger bekannte Schwerpunktsetzungen in der Beschäftigung mit Kurt Schwitters sowie Autoren der konservativen Moderne auf. Er versammelt Schriften u.a. zu Carl Einstein, Arnold Schönberg, Rudolf Borchardt und Max Kommerell. Erstmals sind auch alle Beiträge zu Ernst Jünger aufgenommen.

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Philosophie und Psychoanalyse

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Das 1972 von Oskar Negt und Alexander Kluge veröffentlichte Buch mit dem Titel: Öffentlichkeit und Erfahrung. Zur Organisation von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit hat nach der Titelseite eine Widmung, die nicht aus einem Namen besteht, sondern aus einem Geburtsdatum und einem Sterbedatum. 11. September 1903 und 6. August 1969. Für wen ist diese Widmung gedacht? Was soll die Eliminierung des Namens? Was bedeuten die abstrakten Lebensdaten, wenn sie nicht mit der Assoziation eines Namens und all dessen, was damit verbunden werden kann, gefüllt sind?

Es sind, und für jeden, der die Herkunft der beiden Autoren auch nur oberflächlich kennt, ist das nicht schwer zu erraten, die Lebensdaten Theodor

W. Adornos. Oskar Negt wie Alexander Kluge waren, auf ganz verschiedene Weise und jeder in seiner Art, soetwas wie Lieblingsschüler Adornos. Zweifellos wollten sie Adornos Andenken in ihrer Widmung ehren. Tun sie es? Ist das eine Widmung für Eingeweihte? Setzt die Widmung als selbstverständlich voraus, daß der Leser weiß, wer mit der Angabe dieser Daten gemeint ist? Ist es eine Art Scheu der Nachkommenden, auch nur den Namen zu nennen, auf den sie sich berufen und, liest man den Text ihres Buches, auch wieder nicht berufen?

Diese Fragen sind nicht von ungefähr gestellt. Sie zielen auf das mögliche Nachleben von Werk und Wirken des Autors, dessen Name hinter der Nennung seiner Lebensdaten ausgelöscht scheint. Soll das bedeuten, daß die Schüler dieses Autors, Oskar...

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