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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

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Bildung und Kultur. Zur Beziehung zweier umkämpfter Begriffe und deren Bedeutung für die Herausforderungen gesellschaftlicher Pluralität (Barbara Schellhammer)

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Barbara Schellhammer

Abstract: The central focus of this contribution is an examination of the two equally complex and disputed concepts: “education” and “culture”. It seeks to draw out from them indications as to how education processes can be successful in plural societies. It quickly becomes clear that the concept of culture, especially in its original meaning of paideia, has a great deal to do with the concept of education, since the focus here is on “working with” one’s own soul. It is precisely this which is the goal of an education that is intended to be more than the transfer of skills. Whereas culture oscillates between essentialization and dissolution, education is located between the extremes of instrumentalisation and idealisation. It is worth familiarising ourselves time and again with these fields of tension so as to be able to respond appropriately to the challenges of a heterogeneous world.

Keywords: culture, education, capacity for pluralism, self-cultivation, interstices

Dass die Erfahrung von Andersartigkeit (héteros = griech. andersartig, verschieden)1 für Bildungsprozesse einerseits unbedingt notwendig ist, andererseits aber auch eine überwältigende Herausforderung darstellen kann, wusste bereits Wilhelm von Humboldt. In seinem bekannten „Bruchstück“ Theorie der Bildung des Menschen hebt er zunächst die Bedeutung der Mannigfaltigkeit der Welt2 als die Erfahrung einer andersartigen „Welt ausser sich“3, hervor. Sie mache die „Wechselwirkung der Empfänglichkeit des ←219 | 220→Menschen mit dessen Selbstthätigkeit“ erst möglich.4 Doch die Heterogenität kann auch zur Gefahr werden...

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