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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

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Vielfalt in Österreichs Klassenzimmern: Eine datenbasierte Anamnese und ein evidenzorientierter Ausblick (Claudia Schreiner/Christian Wiesner)

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Claudia Schreiner/Christian Wiesner

Abstract: Based on the paradigms by Anne Sliwka regarding handling diversity in school – the paradigms of homogeneity, of heterogeneity, and of diversity –, this paper empirically analyses how teaching groups in schools are composed and what kind and what degrees of heterogeneity can be observed within teaching groups. The nationwide assessment of educational standards in Austria forms the basis of these analyses. We discuss the requirements for handling diversity in learning and teaching in the light of existing diversity of students within teaching groups in relation to different student characteristics.

Keywords: diversity, composition of classes, competences, quality development, learning support

Als das „Selbstverständliche von Lern- und Bildungsprozessen“1 beschreibt Renate Girmes, dass Menschen verschieden sind und dass sie verschieden und vielfältig lernen.2 Ungeachtet dieser Selbstverständlichkeit, dass jeder Mensch einzigartig ist, dass Anderssein sozusagen das Menschsein ausmacht und somit Heterogenität von Gruppen von Menschen ein natürlicher Zustand ist, unternimmt der vorliegende Beitrag den Versuch, das Vorhandensein sowie das Ausmaß von Heterogenität innerhalb von Klassen in Bezug auf einige zentrale, empirisch fassbare Merkmale zu analysieren und zu erklären.

Heterogenität ist im Kontext institutioneller Bildung ein „schulpädagogischer Dauerbrenner“3 und dies im Grunde seit Anbeginn der Schulpädagogik. Der damit verbundenen Herausforderungen war sich auch Johann-Friedrich Herbart bewusst, als er schrieb: „Die Verschiedenheit der Köpfe ist das Hindernis aller Schulbildung. Darauf nicht zu achten ist der Grundfehler aller Schulgesetze, die den Despotismus der...

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