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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Zusammenfassung

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Aus Sicht einer interdisziplinären Soziologie wird für die jüngere Steinzeit (Jung-Paläolithikum) in Westeuropa und dem Nahen Osten die Entwicklung von Kognition und Sprache untersucht. Von der Höhlenmalerei über Kleinskulpturen bis hin zu Flöten zeigt sich mit Beginn dieser Epoche ab vor 40.000 Jahren eine neue Qualität der Kommunikation, die aus Zeichen und Gebärden erst langsam die Sprechsprache entstehen lässt. Dies geschieht primär in wildbeuterischen Siedlungen, in denen Regeln des friedlichen Zusammenlebens begründet werden müssen. Als Endpunkt dieser Entwicklung führt der Blick zum Geistigen Zentrum am Göbekli Tepe in Anatolien als erste, noch wildbeuterische Hochkultur.

Nach Hinweisen auf die prozessorientierte Methode einer historischen Soziologie werden drei Typen des Homo sapiens des Jung-Paläolithikums vorgestellt: Ältere und Jüngere Wildbeuter¡nnen sowie die Sozial-differenzierte wildbeuterische sesshafte Gemeinschaf, die das Geistige Zentrum planen und errichten konnte, weil sie offensichtlich patriarchal, arbeitsteilig und hierarchisch strukturiert war. Die zentralen männlichen Götterfiguren in den Kreisbauten dort symbolisieren das; ähnliches gilt für den Turmbau von Jericho.

Dagegen begannen vor 40.000 Jahren sehr schlicht organisierte und denkende Leute die Höhlenmalerei und Schnitzerei. Das belegen die noch sehr einfachen Artefakte, die die Archäologie vorlegt. Da die Schädelform bei Homo sapiens erst vor 35.000 Jahren ihre heutige Kugelform erreichte, wurde es umso nötiger, die ersten Jahrtausende als besondere, frühe Form der Kompetenz zu untersuchen.

Die interdisziplinär angesprochenen Forschungszweige: Historische Soziologie (Prozess)...

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