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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Zum Vorlauf dieser Studie

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Diese Studie entstand in mehreren Schüben aus einer früheren Arbeit zur Wissenschaftsgeschichte am Beispiel der Soziologie von Marx und Engels. (Hennings, 142017) Die hatten in ihrem Werk – wesentlich Francis Bacon folgend – wohl erstmalig in konzentrierter moderner Form herausgestellt, dass Menschen auf Basis ihrer Lebenswelten sich eigene jeweilige Umwelten erschaffen, und mit ihrer Skizze zur Urgeschichte auf den Beginn des Prozesses der Sozialität als Urkommunismus verwiesen. Mein weitergehender Zugang zur Urgeschichte schien dann durch die konzeptionelle Verbindung mit der nachgeburtlichen Ontogenese als Movens der Phylogenese möglich zu werden, wie Günter Dux sie – mit Jean Piaget – herausstellt. (2008, 2017) Damit konnte historisch – über den Göbekli Tepe weit zurück – entlang der archäologischen Funde zu den Anfängen des Homo sapiens in Eurasien abgestiegen werden, der seine Streifgebiete, aus Afrika kommend, über etwa 10.000 Jahre immer weiter nach Norden (und Osten) ausgeweitet hatte.

Mein Interesse an der Steinzeit entstand also aus einer eher beiläufigen Vorstellung von einer Urgemeinschaft, die als einfachste Menschengruppe kaum schon soziale Verhältnisse institutionalisiert hatte. Sich mit ihr zu beschäftigen schien als konkrete Darstellung, wie die Menschen früh ihre eigenen Umwelten schufen, möglich zu werden, als die Kenntnis des Göbekli Tepe hinzukam. Dass dieses Bauwerk nicht von einfachen mobilen Wildbeuter¡nnen erbaut worden sein konnte, schien selbstverständlich (ich war früher Architekt).

Also entstand die Frage, ob die Archäologie hinreichend Material bereit hielt, um jenen Prozess – vom Ende her, wie heute...

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