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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Ältere Wildbeuter¡nnen

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Für die langsame Ausweitung der Streifgebiete von Afrika über die Levante, dem östlichen Mittelmeerraum, zum Schwarzen Meer und dann die Donau hinauf, werden 10.000 Jahre veranschlagt, ermittelte schon früh Luigi Luca Cavalli-Sforza. Lange zuvor hatte es einige erste Besiedlungen nach Norden gegeben, wie Avraham Ronen schreibt, und auf den Peloponnes; (Scinexx.de, 11.7.19) die konnten sich wohl nicht verstetigen. Als im Moment ältester Beleg im Westen gilt ein von Sapiens hergestellter roter Fleck in einer Höhle des El Castillo in den Pyrenäen, der auf 40.800 Jahre vor heute datiert ist; die Ungenauigkeit der Messwerte kann jedoch für die frühe Zeit um ±500 Jahre und mehr betragen, wie es für manche Höhlenmalerei angenommen wird. (Lorblanchet) Die ersten wesentlichen Funde der Teil-Epoche, die die Archäologie das Aurignacien nennt, das etwa bis vor 32.000 Jahre dauerte, sind die Zeichnung eines halben Rindes von vor etwa 37.000 Jahren am Abri Castanet, und dann folgen aus Schichten, die um 1.000 Jahre jünger eingeschätzt sind, kleine Figuren – u. a. Mammut, Frau und der sogenannte Löwenmensch – sowie die mehrlöchrigen Flöten auf der Schwäbischen Alb. Als frühe Siedlungsplätze dieser Zeit gelten bisher in den ersten 5.000 Jahren sechs Orte, nach den nächsten 3.000 Jahren sind es dann bereits 20 so datierte Fundstellen im westlichen und östlichen Eurasien. (Eiszeit) Die Kälteresistenz jener Menschen war offenbar grösser.4

Erst in dieser Phase hat sich die Werkzeugherstellung von Sapiens den fr...

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