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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Göbekli Tepe, Zentrum sesshafter Wildbeuterei

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Alles Denken ist zuerst allgemein religiös, ergibt sich aus dem Werden des Denkens, da alles in der Welt durch Geistwesen bestimmt war, zwischen denen die Menschen lebten. Noch in Sumer waren die Gött¡nnen die eigentliche Welt, der Staat, zu deren Wohlgefallen Menschen geschaffen worden waren. Als sie durch Lärm störten, heckten die Gött¡nnen die Sintflut aus, die aber verraten wurde, und ein früher Noah rettete sie; im Gilgamesch-Mythos. Dieses Denken war ja bis zur Durchsetzung der Naturwissenschaften bestimmend und ist noch existent in Teilen der Welt. Erst mit der Entstehung der ersten definierten Religion – Entwicklung wäre wohl als zu bewusst unterstellt –, die wir im Moment am Göbekli Tepe sehen, kam es wahrscheinlich zu einem Aufräumen der Ordnung von Geistwesen und frühen Gött¡nnen.

Die Folgen eines solchen Vorgangs sehen wir ausgeprägt noch in der griechischen Überlieferung einer Unzahl von göttlichen Kräften, die an Bedeutung gegenüber dem Olymp verloren hatten. Erwähnt sei nur die Überwindung der Kraft der Erynien, (Die Eumeniden) Erdgöttinnen der Rache, durch Athenas Stärkung des Aeropags, des Gerichts. In Babylon wird Marduk zum Obergott, nachdem er erst in einen Krieg gegen die Urgöttin Tiamat zog, nachdem ihm die Alleinherrschaft versprochen war; ein früher Achill. Er gewann und machte aus deren Leichnam Himmel und Erde mit Platz für die Menschen dazwischen; das beschreibt wohl ein beginnendes Herrschertum. Insgesamt – das muss stets mit benannt und...

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