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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Siedlungsstruktur am Göbekli Tepe

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Wir hörten von etlichen Funden von Siedlungen, die in jener Region um die Bauzeit des Geistigen Zentrums herum bestanden haben, zum Teil in großen zeitlichen Abständen zu ihm. Deshalb darf wohl angenommen werden, solche Siedlungsstruktur habe es auch zeitgleich mit dem Geistigen Zentrum gegeben und mit mehr Orten. Wie sollten sonst diese Anlagen entstanden sein. Es kann kaum Zweifel bestehen, es habe parallel zum Göbekli Tepe mehr als nur ein paar Siedlungen der Erbauer¡nnen gegeben, die bislang nicht gefunden wurden. In seiner Nähe fand die Getreideproduktion und später die Viehzucht ihre Naturgrundlage im 100 Kilometer weiter östlich wachsenden Wildgetreide am Vulkan Karacadağ, aus dem das domestizierte Korn entstand. (Schmidt)

Es gibt für die Zeit um 10.500 bp bereits ein dichtes Netzwerk der Herkunft von Materialien von Nord-Mesopotamien bis fast zum Golf von Akkaba und in den Iran. Nicht nur in der Levante, sondern auch von Westeuropa bis Sibirien gab es Austausch; unter anderem stehen die Frauen-Figurinen als Belege dafür, aber auch Schnecken und Muscheln für Schmuckstücke wurden weit entfernt ihrer Ursprungsorte gefunden, zeigt Roaf. Auch Coward belegt, es habe jedenfalls im Übergang zum Neolithikum ein Handels- und Verkehrssystem in Nord-Mesopotamien gegeben. Es ist schwer vorstellbar, das Geistige Zentrum sei in diesen Prozess nicht eingebunden gewesen, der zu dessen Zeit eine Siedlungsstruktur in großer Ausdehnung mit intensiven Kontakten und Tausch beziehungsweise bereits Handel wahrscheinlich macht. Jedenfalls gilt das für die offenbar wachsende Kulturgemeinschaft, die Bauten mit...

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