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Raumgestaltung als pädagogische Aufgabe im Elementarbereich

Legitimationskritik und Prinzipienanalyse

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Stephanie Gebert

Der Ausbau von Kindertageseinrichtungen ist eine bildungspolitische Aufgabe, welche nicht nur den Faktor Personal, sondern auch das Raumangebot und dessen pädagogische Gestaltung betrifft. Aus einer prinzipienwissenschaftlichen Perspektive heraus analysiert die Autorin sowohl grundlegende als auch praktische Gestaltungsorientierungen für den Elementarbereich, die zeigen, wie eine pädagogische Raumgestaltung im Elementarbereich umgesetzt werden kann.

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2 Historische Aspekte der Raumgestaltung im Elementarbereich

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Bevor theoretische Überlegungen zur pädagogischen Raumgestaltung sowie aktuelle Gestaltungsorientierungen für den Elementarbereich analysiert werden, soll im Folgenden ein Blick auf die historische Entwicklung der Raumgestaltung im Elementarbereich als epochal gebundene Antwort auf die pädagogische Aufgabenstellung geworfen werden. Denn Orte und damit auch Räume unterliegen grundsätzlich immer auch einem historischen Wandel. Während in der antiken Auffassung Räume in das Weltgefüge des Kosmos eingebettet waren, dominieren heute hingegen „Zerstreuung, Ausdehnung, Verschiebung“, das „Auseinanderfallen(s) und Überlagern(s)“ verschiedener Räume.11 Während im Mittelalter alles auf heilige Räume ausgerichtet war, sind diese heute durch unser weltliches Dasein und Weltbild bestimmt. Und während für frühere Raumauffassungen ein Standpunkt mit seiner Gesamtübersicht prägend war, sind es heute räumliche Relationen und Heterogenität.12 Doch nicht nur allgemein betrachtet spielt der historische Aspekt für das Thema Raum eine bedeutsame Rolle. Gerade die institutionalisierte Kleinkinderziehung in Deutschland sowie ihre heutigen Ausprägungen können nur unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung analysiert werden, da diese bis in die Gegenwart hinein starke Auswirkungen auf die Einrichtungen haben. Darüber hinaus lässt sich die These aufstellen, dass sich die jeweilige Stellung des Kindes in der entsprechenden Gesellschaft auch in der Raumgestaltung ihrer Betreuungsinstitutionen ausdrückt.13 Ebenso materialisieren sich gesellschaftlich-historische Erfahrungen in den die Menschen umgebenden Gegenständen.14

Auch dieses Wechselverhältnis soll nicht unbeachtet bleiben, denn damit stellt sich die Frage, wie unser heutiges Menschenbild sowie das moderne Bild vom...

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