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Systemisches E-Learning

Ein theoretisches Modell für die Gestaltung offener Wissenssysteme

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Peter Glanninger

E-Learning wird meist in pädagogischen Zusammenhängen beschrieben. Bei einer solchen Sichtweise werden aber viele Bereiche ausgeblendet, die für ein umfassendes Verständnis von E-Learning von Bedeutung sind. In dieser Arbeit wird eine neue kommunikationswissenschaftliche Perspektive erarbeitet, die sich an einer systemischen Interpretation orientiert. Auf Basis einer systemtheoretischen Analyse wird ein Modell entwickelt, in dem E-Learning nicht mehr als eine Lehr-Lernmethode, sondern als soziales System und als ein Wissenssystem beschrieben wird. Die Funktionen, Prozesse und Strukturen, die E-Learning zugrunde liegen, werden dabei auf einer allgemeinen Ebene beschrieben. Somit kann das Modell in der Praxis auf die unterschiedlichsten E-Learning-Aktivitäten angewendet werden.

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1 Einleitung 9

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1 Einleitung* Im Jänner 2001 wurde ich beauftragt, im österreichischen Bundesmi- nisterium für Inneres ein Projekt einzurichten, als dessen Ziel formu- liert wurde: "Distance-Learning-Angebote sollen für alle Bediensteten des BMI in der jeweils notwendigen Form laufend entwickelt werden und verfüg- bar sein" (BMI 2001, 7). Nach mehreren turbulenten Jahren wurde im Sommer 2004 die Lernplattform SIAK-Campus – zunächst probeweise – in Betrieb genommen. Der offizielle Start erfolgte am 27.11.2004 (Glanninger 2006, 115). Das Projekt selbst war zu diesem Zeitpunkt be- reits beendet und in den Tätigkeitsbereich des Zentrums für Unter- richtsmedien im Bundesministerium für Inneres übernommen worden. Mittlerweile kann man den SIAK-Campus als eine der erfolgreichsten E-Learning-Installationen im öffentlichen Dienst ansehen. Im August 2006 registrierte sich der 20.000ste Benutzer (Öffentliche Sicherheit, Nr. 3-4/2007, 110) und auf den Lernobjekten wurden im Jahr 2008 pro Woche im Durchschnitt 191 Stunden an Lernzeiten erfasst (Sicherheits- akademie 2009, 13). Zu Beginn dieses Projektes – der E-Learning-Hype klang gerade ab, was angesichts der überschießenden Versprechen, die die kommerziel- len Anbieter in ihren Präsentationen machten, nicht weiter verwunder- lich war – stellte sich die Frage: Warum funktioniert E-Learning (in be- stimmten Kontexten) nicht? Dabei soll vorerst ausgeblendet bleiben, was unter "funktionieren" in diesem Zusammenhang zu verstehen ist. Später stand die Frage im Zentrum: Warum funktioniert E-Learning gerade im BMI? Und daran anschließend stellte sich die Frage: Wie lässt sich der Erfolg von E-Learning nachhaltig sichern? Die Beschäftigung mit diesen Fragen hat im Laufe der Zeit zu...

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