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Systemisches E-Learning

Ein theoretisches Modell für die Gestaltung offener Wissenssysteme

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Peter Glanninger

E-Learning wird meist in pädagogischen Zusammenhängen beschrieben. Bei einer solchen Sichtweise werden aber viele Bereiche ausgeblendet, die für ein umfassendes Verständnis von E-Learning von Bedeutung sind. In dieser Arbeit wird eine neue kommunikationswissenschaftliche Perspektive erarbeitet, die sich an einer systemischen Interpretation orientiert. Auf Basis einer systemtheoretischen Analyse wird ein Modell entwickelt, in dem E-Learning nicht mehr als eine Lehr-Lernmethode, sondern als soziales System und als ein Wissenssystem beschrieben wird. Die Funktionen, Prozesse und Strukturen, die E-Learning zugrunde liegen, werden dabei auf einer allgemeinen Ebene beschrieben. Somit kann das Modell in der Praxis auf die unterschiedlichsten E-Learning-Aktivitäten angewendet werden.

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2 E-Learning – Beschreibung einer Problemzone 23

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2 E-Learning – Beschreibung einer Problemzone 2.1 Von der Lehrmaschine zum E-Learning-Hype "e-Learning will change our lives", schrieben Richard C. Close et al. im März 2000 und begründeten diese Feststellung etwas pathetisch: "We, as individuals, have a thirst for knowledge, and the Internet is our oasis. Where previously an individual was constrained to a local community (col- leges, libraries, newspapers) to acquire knowledge, now the world is a virtual local community." (Close/Humphreys/Ruttenbur 2000, 3) Damit prog- nostizierten die Autoren eine revolutionäre E-Learning-Zukunft, die unser gesamtes Leben grundlegend verändern würde. Auch andere Autoren priesen zu diesem Zeitpunkt das Phänomen E-Learning mit ungebremster Begeisterung. Mit dem Aufkommen der Internet- Technologie hatte E-Learning einen ungeahnten Boom erlebt und galt als die Zukunft des Lernens schlechthin. E-Learning – oder jene Lern- formen, die bis dahin als Distance Learning, Computer Based Training oder mit anderer Terminologie begrifflich zwar verschieden, funktio- nell aber ähnlich beschrieben wurden – war "hype". Bei einer derarti- gen Begeisterung stellt sich natürlich die Frage, was von diesem Enthu- siasmus geblieben ist und ob sich die Prognose von Close und seinen Kollegen erfüllt hat? Eine Annäherung an das Thema sollte also mit einer Bestandsaufnahme dessen beginnen, was sich gegenwärtig zu E-Learning präsentiert. Im zu Ende gehenden 20. Jahrhundert war E-Learning keine neue Erfindung mehr. Erste ernsthafte Überlegungen, technische Mittel für Zwecke des Lernens zu nutzen, gab es schon an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert (zur Geschichte von E-Learning siehe allge- mein...

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