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Das Kapital als Prozeß

Zur geschichtlichen Tendenz des Kapitalsystems

Emmerich Nyikos

Wohin driftet das aktuelle Gesellschaftssystem aufgrund seiner inneren Logik? Was ist seine geschichtliche Tendenz jenseits und unterhalb des phänomenalen Geschehens? Historische Extrapolationen setzen voraus, der theoretischen Rekonstruktion des Modus operandi des Systems – eine Rekonstruktion auf der Basis des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten – eine historische Dimension zu verleihen, d. h. dieses Funktionieren als einen Prozeß, also als ein Geschichtliches zu fassen: den Stufenaufbau zu dynamisieren in einem integralen Modell, das zugleich die Trajektorie des Systems vom Embryonalen bis hin zum Überreifen, also zur condition post-moderne reflektiert.

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II. Wert oder: Die Zeit und der Tausch 13

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13 II. Wert oder: die Zeit und der Tausch 1. Jedes Schulkind weiß, daß der Mensch ein zoon politikon ist: Außerhalb der Ge- sellschaft (die Aristoteles fälschlich mit der polis gleichgesetzt hat) ist er ein verlorenes Tier, ein Geschöpf, das nicht lange überleben würde in dieser verlassenen Wildheit (es sei denn, es rettet – wie Robinson Crusoe – die Zivilisation, die objektivierte Gesell- schaft, für sich aus dem Wrack) und das, könnte es ohne Gesellschaft bestehen, dennoch nur als animal arationale seine Existenz fristen würde – als Tier bar jeder Vernunft, weil ein Tier ohne Sprache. Der Mensch ist demnach ein gesellschaftliches Wesen, ein Wesen, das nur in der und durch die Gesellschaft das ist, was es ist. Gesellschaft nun im eminenten Sinn1 macht sich als Zusammenhang geltend, und dies doppelt, sowohl in synchroner wie in diachroner Beziehung, zu jedem gegebenen Zeit- punkt2 wie auch in der Aufeinanderfolge der Zeiten: als Zusammenwirken der Men- schen, die in einer bestimmten Epoche innerhalb eines bestimmten Territoriums leben, und als Tradition, als unilaterale Weitergabe – als Erbe – von materiellen wie geistigen Gütern von einer Generation auf die nächste.3 Die Gesellschaft ist also immer schon historisch bestimmt. 1 „Die Gesellschaft besteht nicht aus Individuen, sondern drückt die Summe der Beziehun- gen, Verhältnisse aus, worin diese Individuen zueinander stehen.“ (K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Dietz (1953), S. 176) „Was ist die Gesellschaft, welches immer ihre Form sei? Das Produkt des wechselseitigen Handelns des Menschen.“ (K....

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