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Das Kapital als Prozeß

Zur geschichtlichen Tendenz des Kapitalsystems

Emmerich Nyikos

Wohin driftet das aktuelle Gesellschaftssystem aufgrund seiner inneren Logik? Was ist seine geschichtliche Tendenz jenseits und unterhalb des phänomenalen Geschehens? Historische Extrapolationen setzen voraus, der theoretischen Rekonstruktion des Modus operandi des Systems – eine Rekonstruktion auf der Basis des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten – eine historische Dimension zu verleihen, d. h. dieses Funktionieren als einen Prozeß, also als ein Geschichtliches zu fassen: den Stufenaufbau zu dynamisieren in einem integralen Modell, das zugleich die Trajektorie des Systems vom Embryonalen bis hin zum Überreifen, also zur condition post-moderne reflektiert.

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III. Kapital oder: Der Wert als Subjekt 151

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151 III. Kapital oder: der Wert als Subjekt 1. Wert ist, wie wir sahen, Reichtum an sich, Reichtum in seiner Abstraktheit – ab- strakter Reichtum, Reichtum, der sich im und durch den Austausch hindurch konkreti- siert. Wert ist indes statischer Reichtum. Reichtum in seiner Dynamik, abstrakter Reich- tum, der wächst, der Wert als Subjekt, als prozessierender Wert, Wert, der einen Prozeß durchläuft, an dessen Ende er sich um einen Mehr-Wert vermehrt hat, Wert, der sich also verwertet, ist demgegenüber – in seiner Quintessenz – Kapital. In seiner abstraktesten Form ist Kapital also dies: Wert als Subjekt, das beständig über alle Grenzen hinweg zu wachsen versucht. An der der Erscheinungswelt allerdings stellt sich dieser Zusammen- hang dergestalt dar, daß ein Geldquantum in die Zirkulation eingeht und aus dieser dann ein größeres Quantum an Geld wieder herausgeholt wird: Geld (G) gegen Ware (W) gegen (mehr) Geld (G‘) oder kurz: G-W-G‘.1 In der Warenzirkulation W1-G-W2…k sind die beiden Extreme, W1 und W2…k (ein bestimmtes Quantum des einen Gebrauchswerts gegen bestimmte Quanta anderer Ge- brauchswertkategorien) qualitativ verschiedene Dinge. In der kapitalistischen Zirkula- tion G-W-G‘ dagegen sind die beiden Extreme jeweils bestimmte Beträge von Geld, qualitativ gleich, homogen. Ihr Unterschied kann daher nur quantitativer Natur sein.2 3 Während daher in der Zirkulation der Ware als Ware die unterschiedliche Qualität der Waren an den beiden Extremen des Tauschakts (W1und W2…k) diesen letzteren moti- viert, ist es in der Zirkulation des Geldes als Kapitals die unterschiedliche Quantität...

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