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Der deutsche Teil des Florianer Psalters

Sprachanalyse und kulturgeschichtliche Einordnung

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Rudolf Hanamann

Der Florianer Psalter, eine dreisprachig (lateinisch-polnisch-deutsch) angelegte Psalmenübersetzung des 14./15. Jahrhunderts, steht am Beginn der polnischen Schriftlichkeit. In Ergänzung zu den zahlreichen Untersuchungen zur polnischen Sprache in dieser bedeutenden Quelle widmet sich die Arbeit dem deutschsprachigen Teil, dessen Sprachform und Übersetzungsstil analysiert werden. Im Rahmen der kulturgeschichtlichen Einordnung liegt ein Schwerpunkt auf der Lokalisation, bei der das im mittelalterlichen Krakau verwendete Deutsch im Mittelpunkt steht. Daneben wird die Stellung des Florianus innerhalb der schlesisch-böhmischen Psalmengruppe beschrieben. Grundlage des Vergleichs bildet eine Edition der Bußpsalmen dieser weitgehend unveröffentlichten Psalterien.

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Einleitung -11

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11 Einleitung Die vorliegende Untersuchung, die sich mit dem deutschen Teil des trilingualen Florianer Psalters beschäftigt, soll die bisherigen, aber seit gut 40 Jahren unterbrochenen Forschungen von deutscher Seite aktualisieren, ergänzen und fortführen. Gemeinsam mit den Arbeiten an der Regensburger Partneruniversität Łódź, die sich vornehmlich mit der polnischen Sprache des Denkmals auseinandersetzen, können so die Erkenntnisse hinsichtlich des Florianer Psal- ters vervollständigt und unter dem Aspekt der Interdisziplinarität und Interkulturalität im eu- ropäischen Kontext komplementiert werden. Nach einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, der den Zeitraum ab der Wieder- entdeckung des Codex im Jahre 1827 in Sankt Florian bei Linz bis heute umfaßt, folgt der erste Hauptteil der Arbeit, die Sprachanalyse zum deutschen Teil des Florianer Psalters, bei der neben den Bereichen Vokalismus und Konsonantismus auch Aussagen zu den verwende- ten handschriftlichen Diakritika, zur Kontraktion, zu Synkope und Apokope und zur Negation gemacht werden. Der Abschnitt Morphologie beginnt mit einem wortartenübergreifenden Überblick zur Präfigierung und Suffigierung und thematisiert im Anschluss Besonderheiten der Wortbildung und der Flexion nach Wortarten differenziert. Der Bereich Lexik behandelt unter anderem Unterschiede hinsichtlich der Übersetzung desselben lateinischen Lemmas in den verschiedenen Teilen des Codex sowie regionalspezifische Elemente bezüglich des Wort- schatzes. Ferner soll die Übersetzungstechnik des Florianus dargestellt werden, die - da vor dem Hintergrund möglicher Vorlagen nicht von einem originären Übersetzungswerk auszu- gehen ist – zwar größtenteils interlinear geprägt ist, aber auch einige Freiheiten aufweist. Zum Abschluss der Sprachanalyse...

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