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Utopien, Zukunftsvorstellungen, Gedankenexperimente

Literarische Konzepte von einer «anderen» Welt im abendländischen Denken von der Antike bis zur Gegenwart

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Edited By Klaus Geus

Das Buch gibt einen Einblick in die reiche Geschichte der Zukunftsentwürfe. Dabei spannen die Beiträge einen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart. Die unterschiedlichen literarischen Formate – Utopien, Zukunftsvorstellungen, Gedankenexperimente – finden ebenso Berücksichtigung wie historisch wirkungsmächtige Autoren. Themen sind u. a. das antike Sparta, Platons Staat, das spanische Kolonialreich, die Persönlichkeitsformung im NS-Regime sowie die Machbarkeitsvorstellungen im 20. Jahrhundert. Elf renommierte Historiker verorten diese Konzepte einer «anderen» – nicht immer besseren – Welt in ihrem jeweiligen geschichtlichen Kontext.

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Klaus Geus - Utopie, Staatsentwurf, Gedankenexperiment: Definitorische Versuche an Hand von Platons Politeia 11

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11 Klaus Geus Utopie, Staatsentwurf, Gedankenexperiment: Definitorische Versuche an Hand von Platons Politeia ZUSAMMENFASSUNG Der wichtigste Unterschied zwischen Utopien und Staatsentwürfen besteht im kon- trafaktischen Postulat der Utopien: ohne Rücksicht auf faktische Gegebenheiten werden dort Staat und Gesellschaft konstruiert, während die Staatsentwürfe sich so weit als möglich an die Realität halten. Dieses kontrafaktische Konzept der Utopien lässt sich auch als „Gedankenexperiment“ charakterisieren. Zumindest im Falle Platons dient es nicht nur zur bloßen Illustration oder zur Komplexitätsminderung eines philosophischen Problems, sondern leistet einen genuinen Beitrag zur Theo- riebildung. Insofern ist sein Gedankenexperiment kognitiv effektiv. ABSTRACT The most important distinction between a literay utopia and a concept of state lie in the counterfactual posit of utopias. In the latter, government and body are devi- sed irrespective of „natural“ facts, while the former adhere to reality as far as pos- sible. This counterfactual concept of utopias may be characterized as thought expe- riment („Gedankenexperiment“). In Plato´s case at least, it serves not only as mere illustration or reduction of complexity of a philosophical problem but also makes a genuine contribution to concepts of theory. Inasmuch Plato´s though experiment is congnitively effective. RÉSUMÉ La plus grande différence entre projet politique et utopie réside dans le postulat non réaliste de cette dernière: sans prendre en compte les données factuelles, elle échafaude de toutes pièces un état ou une société; les tenants d'un projet politique, eux, s...

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