Show Less

Die literarische Rezeption des Cato Uticensis

In Ausschnitten von der Antike bis zur Neuzeit

Stephan Gäth

Der Blick auf Cato war nach seinem Tod und in der Antike zum größten Teil positiv geprägt. Die romantische Vorstellung vom freiheitsliebenden Widerstandskämpfer, der für seine Ideale eher in den Tod ging als zur ausgestreckten Hand Caesars, wurde erst mit dem christlichen Mittelalter relativiert, erlebte mit der letzten Hälfte der Frühen Neuzeit eine eigene Renaissance und sollte erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder kritischer betrachtet werden. Mit seinem Selbstmord trat Cato aus dem Schatten der großen Männer und stand für einen kurzen Moment über den um ihn herum zu Scherben zerbrechenden Dingen. Dieser Tod festigte seinen Symbolcharakter und der tragische Held verkörperte nicht nur das Freiheitsideal aller Anhänger der Republik, sondern auch das der folgenden Generationen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Die Historiker 76

Extract

76 5 Die Historiker 5.1 Abriss Die Mehrzahl von Erwähnungen Catos in den Periochae des Livius ergibt zu- sammengenommen einen - auch durch die Kürze - nüchtern ausfallenden Ge- samteindruck seiner politischen Tätigkeit. Cato wurde nach Cypern geschickt (104), verlor die Wahl zum Praetor (105), sprach gegen das Gesetz, das Caesar dessen Wahl zum Consul in absentia erlaubte (107) und erhält nach seinem Marsch durch Nordafrika das Kommando über Utica (112/113). Ein darstellen- des Charakterbild lässt sich auch nicht im 114. Buch der Periochae, in dem Ca- tos Tod erwähnt wird, herauslesen. Livius ist zwar der Maler einer „Gemäldega- lerie, in deren Räumen großformatige Bilder bedeutender Männer und Frauen hängen“206, aber in diesem Kampf der Großen tritt Cato, soweit aus den Zu- sammenfassungen ersichtlich, allein als unbedeutende historische Figur auf. Velleius Paterculus wiederum benutzte Livius als Quelle seiner Historia Ro- mana. Cato nimmt in II 35 eine prominente Stellung bei der Behandlung der Ca- tilinarischen Verschwörung ein. Velleius nennt ihn in diesem Zusammenhang „homo virtutis simillimus, et per omnia ingenio diis quam hominibus propior” (II 35,2). Er hätte nicht anders handeln können, weil seine Natur es ihm nicht anders gestattete207, gleichzeitig aber mit ihrer Kraft und Entschlossenheit auch dafür sorgte, dass alle nach ihm Sprechenden in der Senatssitzung für seinen Vorschlag, die Todesstrafe, stimmten. Es folgt, ähnlich wie bei Livius, eine Aufzählung außen- und innenpolitischer Ereignisse208. In II...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.