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Die Philosophie und die UNESCO

Mit einem Nachwort von Jacques Poulain- Im Auftrag der Deutschen UNESCO-Kommission aus dem Französischen übersetzt von Hans Jörg Sandkühler

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Patrice Vermeren

«Es gibt keine UNESCO ohne Philosophie» – so die programmatische Erklärung dieser 1945 mit dem Ziel dauerhaften Friedens entstandenen Weltorganisation. Ohne sich auf eine bestimmte Philosophie festzulegen, versteht sie sich als eine ‘philosophische Institution’: Sie will ihren Beitrag leisten durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur, um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu stärken. Es handelt sich um eine Zielsetzung, die mit Mitteln, die selbst philosophischer Natur sind, zur praktischen Anwendung einer Philosophie des Rechts, der Menschenrechte und der Universalgeschichte verpflichtet. In dieser Perspektive hat der Autor eine Geschichte der intellektuellen und institutionellen Beziehungen zwischen der UNESCO und der Philosophie seit 1945 verfasst.

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Von Santiago de Chile nach Seoul, von Tunis nach Montreal, von Ankara nach Caracas und Paris: Die UNESCO-Lehrstühle für Philosophie Zur selben Zeit, als die UNESCO die Philosophie zu ihrer eigenen Sache machte, ging sie auch Schritte auf die Philosophie zu. Entsprechend der regulativen Idee, in jeder Weltregion Kristallisations- und Ausstrahlungs- punkte der Philosophie zu etablieren, war die zweite originäre, in diesem Jahrzehnt im Bereich der Philosophie eingeleitete Initiative, UNESCO- Lehrstühle für Philosophie im Rahmen des UNITWIN-Programms (Uni- versity Twinning and Networking Programme) einzurichten. Sie wurden ab 1991 eingerichtet. Was ist ein UNESCO-Lehrstuhl für Philosophie? Einem Forscher des französischen Centre national de recherche scienti- fique zufolge, der in der Philosophie-Abteilung der UNESCO81 fünf Jahre lang Beauftragter für dieses Programm war, handelt es sich zunächst ein- mal um einen Exzellenz-Pol lebendiger Philosophie, einer Philosophie, die von einer Tradition gestützt wird, deren Modernität nicht in der Wie- derholung des Alten, sondern in der Aufdeckung des Neuen besteht. Ein UNESCO-Lehrstuhl ist ein privilegierter Ort des Austauschs von Lehren- den, Forschern und hochqualifizierten Studierenden mit dem Ziel, ihr Wissen zu teilen. Letztlich ist er – nach dem Vorbild der Demokratie – eine Bühne für den freien Ausdruck des Dissenses, der den Pluralismus der Bezugspunkte und der Schulen akzeptiert, den Dialog über alle Gren- zen hinaus sucht und im Namen des Rechts auf Philosophie nach der Ge- meinschaft Gleicher in der philosophischen Arbeit der Reflexion ver- langt. Ein UNESCO-Lehrstuhl für Philosophie hat...

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