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Kindermord und «Kinderfachabteilungen» im Nationalsozialismus

Gedenken und Forschung

Edited By Lutz Kaelber and Raimond Reiter

Das Thema «Kinderfachabteilungen» wird in seinen vielseitigen Dimensionen dargestellt. Dabei handelte es sich im Zweiten Weltkrieg um etwa 30 Tötungsstätten in der Psychiatrie und anderen Heileinrichtungen im «Großdeutschen Reich», in denen über 5.000 geistig und körperlich behinderte Kinder umgebracht wurden. Vorgestellt wird die aktuelle Gedenkkultur in diesem Bereich und es werden Fragestellungen der Forschung vorgestellt, die auch für andere Opfergruppen relevant sind. Weiterhin werden Details der NS-Verbrechen in den «Kinderfachabteilungen» dargestellt. Den Herausgebern ist es gelungen, fachkundige Autoren zu den Tötungsstätten in Hamburg, Lüneburg, Stuttgart, Waldniel, Wiesloch und auf dem Eichberg sowie einer Ausstellung zum Thema in Korbach zu gewinnen. Der Band ist mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet.

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Gedenken und Gedenkkultur(Raimond Reiter) - 11

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Gedenken und Gedenkkultur Raimond Reiter 1. Womit beginnen Die Gedenkstättenlandschaft in Deutschland ist vielschichtig und umfassend geworden, so dass es zunehmend schwieriger wird, den Überblick zu behalten. Eine erste Orientierung bieten die zwei Bände „Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“ der Bundeszentrale für politische Bildung, auch wenn der Stand überholt ist (Gedenkstätten 1995, 2000). Inzwischen haben sich reihen- weise Schulklassen mit Gedenkprojekten aller Art befasst, in der Politik sind Gedenkreden obligatorisch und an der Basis tragen nicht zuletzt die „Stolper- steine“ des Objektkünstlers Gunter Demnig dazu bei, dass man dem Gedenken für Opfer des Nationalsozialismus selbst vor der eigenen Haustür kaum noch „entgehen“ kann. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus haben, so finden wir es fast ritualisiert und formelhaft wie in einem Leitbild in Selbstdarstellungen und Konzepten, als zentrale Aufgaben vor allem: Erinnern, bezeugen und gedenken, sammeln, forschen und dokumentieren, vermitteln, bilden und informieren (Ge- schichte 2009, 20f. Empfehlungen 2009, 13f). Gedenkstätten initiieren For- schungsprojekte, die ihre Themen betreffen, Pädagogen entwickeln besondere Konzepte für den Gedenkbereich und selbst die Touristikbranche erkennt immer öfter in Gedenkstätten einen wirksamen Publikumsmagneten. Professionalisie- rung und Kommerzialisierung sind nur einige der zunehmend bestimmenden Dimensionen, Öffentlichkeitsarbeit, Projekte, Sponsoring usw. weitere (Reiter 2005, 199ff). Dies ist begleitet von Anstrengungen, auch kritisch über die Zu- kunft des Gedenkens für Opfer des Nationalsozialismus nachzudenken (z.B.: Reiter 2007, 13f). Dabei sind es im Prinzip unspektakulär wirkende Themen, die als relevant angesehen werden. Nimmt...

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