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Ekstase im Kontext

Mittelalterliche und neuere Diskurse einer Entgrenzungserfahrung

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Christa Tuczay

Ekstase ist eine in allen Phasen der europäischen und außereuropäischen Geschichte bis zur Gegenwart vielfach belegte Erscheinung. Neuzeitliche Wissenschaften haben das Phänomen mit der je eigenen Methode zu ergründen gesucht, doch war es bereits Spekulationsfeld der mittelalterlichen Gelehrten. Im Zentrum der Untersuchung steht das Verhältnis der in unterschiedlichen literarischen Genres der mittelalterlichen Literatur bezeugten Entgrenzungserfahrungen zu den nicht-literarischen, aber gleichwohl über fiktionale Elemente verfügenden Quellen im jeweiligen Kontext. In der altnordischen Literatur bezeugen die bekannten Wutkrieger oder Berserker eine Methode des ekstatischen Kämpfertums, das noch in der hochmittelalterlichen Literatur Spuren hinterlässt, aber durch das höfische Ideal der Affektkontrolle abgelöst erscheint. Der häufige Empfang von Visionen und deren begleitende ekstatische Zustände gehörten zu den Merkmalen der mystischen Heiligen. Die mystische Literatur kreist um die Erfahrung der Gotteseinheit die in abstrakter Virtuosität thematisiert, aber auch affektiv somatisch erfahren werden kann. Eine «Entrückung» aus der ich-gebundenen Wirklichkeit und die damit verbundene Offenbarung, blieb für das Christentum bis in die Neuzeit eine akzeptierte Form der Wahrheits- und Gotteserkenntnis. Ekstatische Visionen und Prophezeiungen, im Hochmittelalter noch als wertvollere Geschichtsquelle ernst genommen, fanden in der um politische Suprematie kämpfenden Kirche des Spätmittelalters wenig Widerhall, in Bezug auf die Hexen entschiedenen Widerstand.

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Primärliteratur 474

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474 XI. Bibliographie Lexikon für Theologie und Kirche. (1961). Hg. v. W. Kasper et al. Freiburg. 3. Aufl. 1993ff. Peuckert, W.-E. (1961-1963). Handwörterbuch der Sage. Göttingen. Pokorny, J. (1959). Indogermanisches etymologisches Wörterbuch. Bern. Roscher, W. H. (Hrsg.). (1884-1937). Lexikon der griechisch-römischen Mythologie. 6 Bde. Leipzig. Schützeichel, R. (Hrsg.). (2006). Althochdeutsches Wörterbuch. 6. Aufl. Tübingen. Simek, R. / Pálsson, H. (1987). Lexikon der altnordischen Literatur. Stuttgart. Simek, R. (1995). Lexikon der Germanischen Mythologie. Stuttgart. Singer, S. (Hrsg.). (1995f.). Thesaurus proverbiorum medii aevi: Lexikon der Sprich- wörter des romanisch-germanischen Mittelalters. Berlin. Stammler, W. (Hrsg.). (1933-1955). Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasser- lexikon. Begründet v. W. Stammler. Hg. v. K. Langosch. 5 Bde. Berlin Leipzig; 2. völlig neu bearb. Aufl. Hg. v. K. Ruh. 11 Bde. Berlin/New York. (1978ff.). Strack, H. / Billerbeck, P. (1928). Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch. 4 Bde. München. Strayer, J. (Hrsg.). (1904). Dictionary of the Middle Ages. New York. Theologische Realenzyklopädie (1977f.). Hg. v. G. Krause / G. Müller. Berlin /New York. Thompson, St. (1955-1958). Motif-Index of Folk-Literature. A Classification of Narra- tive Elements in Folktales, Ballads, Myths, Fables, Mediaeval Romances, Exempla, Fabliaux, Jest Books and Local Legends, 5 Bde. + Register. Copenhagen. Tubach, F. C. (1969). Index Exemplorum. A Handbook of Medieval Religious Tales. (=FFC No. 204). Helsinki. Vries, J. d. (1962). Altnordisches etymologisches Wörterbuch. Leiden. Primärliteratur „Aufzeichnungen über das mystische Leben der Nonnen von Kirchberg bei...

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