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Karl Leimer und Walter Gieseking als Klavierpädagogen

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Ricarda Braumandl

In dieser Arbeit gilt es, mittels Textanalyse die Methode Leimer-Gieseking zu beschreiben. Dies ist nicht losgelöst zu betrachten vom Leben und Wirken Karl Leimers und Walter Giesekings als Klavierpädagogen. Ein Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Methode Leimer-Gieseking heute noch aktuelle Aspekte in sich birgt wie Natürlicher Vortrag, Reflexion oder Relaxation. Eine Diskussion der Leimer’schen und Gieseking’schen Fingersatzgestaltung führt zu neuen Dimensionen im Rahmen der psycho-physiologischen Klavierspieltechnik, die Ende des 19. Jahrhunderts bei Friedrich Adolf Steinhausen ihren Ausgang genommen hat.

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VI. Retrospektive der Klavierpädagogik Leimers und Giesekings 131

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VI. Retrospektive der Klavierpädagogik Leimers und Giesekings A. Die Methode Leimer-Gieseking im historischen klavierpädagogischen Kontext Im 19. Jahrhundert entstehen Theorien über Techniken des Klavierspiels, die nicht mehr nur die Interpretation von Werken zum Schwerpunkt haben.78° Ein bedeutender Physiologe namens Friedrich Adolf Steinhausen prägt eine Rich- tung, die als psycho-physiologische Klavierspieltechnik bekannt ist.781 In den Dokumenten des ehemaligen Städtischen Konservatoriums heisst es über sein Buch Die physiologischen Fehler und die Umgestaltung der Klaviertechnik, dass mit vielen falschen Ansichten aufgeräumt würde.782 Ein weiterer Theoretiker, der Leimer geläufig ist, ist Rudolf Maria Breit- haupt.783 Da dieser ebenso Steinhausens Lehre rezipierte,784 ist zu vermuten, dass Leimer und Breithaupt gleichermaßen die Gedanken des Physiologen ver- innerlichten. Folglich ist sowohl Leimer, als auch Breithaupt die psycho- physiologische Klavierspieltechnik nach Steinhausen ein Begriff. Vermutlich haben beide Autoren einander beeinflusst. Mathias Matuschka785 schreibt in sei- ner Dissertation Die Erneuerung der Klavierspieltechnik nach Liszt, dass Lei- mers Anschlagsarten schwerlich ohne Kenntnisnahme der Breithaupt'schen Ar- beiten zustandegekommen sein dürften.786 1.Über Steinhausens psycho-physiologische Klavierspieltechnik Die psycho-physiologische Klavierspieltechnik drückt sich in den beiden Worten „psycho" und „physiologisch" aus. Mit „psycho" begreift Steinhausen den Kör- per als ein Organ der künstlerisch schaffenden Seele787 . „Physiologisch" besagt, dass die Bewegungen physiologischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen.788 Stein- 780) Vgl. ebd., 431. 781)Vgl. J. Dichler 1948, 12. 782) Vgl. Nds.HSTAH: Hann 122a, Nr. 3390, Schriftstück Nr. 4c (a), 88. 783) Vgl. K. Leimer 1959, Vorwort K. Leimer. 784) Vgl. Nds.HSTAH: Hann 122a,...

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