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Bildung und soziale Differenzierung in der Gesellschaft

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Dieter Kirchhöfer and Christa Uhlig

Trotz des mittlerweile populären Wissens über die Wechselwirkung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen scheint eine grundlegende Reform des Bildungswesens in Deutschland nach wie vor schwierig. Parteipolitische Interessenkonflikte, halbherzige Reformideen, bildungsbürgerliches Besitzstandsdenken und tradierte Vorbehalte gegenüber international anerkannten Erfahrungen mit integrativen Bildungssystemen hemmen die Möglichkeit, Bildung zu einem wichtigen Faktor sozialer Integration und Chancengleichheit zu entwickeln und einer zunehmenden sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken. In den Beiträgen des Bandes werden aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven Hintergründe und Problemlagen dieser Situation erörtert und Alternativen diskutiert. Dabei bildet Schule ein maßgebliches, aber keineswegs alleiniges Element der Bildungsorganisation einer Gesellschaft.

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Editorial

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Der vorliegende Band der Reihe „Gesellschaft und Erziehung“ enthält Beiträge eines Kolloquiums der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, das unter dem Thema „Bildung und soziale Differenzierung in der Gesellschaft“ am 23. September 2011 in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Berlin statt- fand. Die Thematisierung wachsender sozialer Differenzierung in der Gesell- schaft, des Anteils von Bildung und Schule an diesem Prozess und insbesondere der Wechselwirkungen zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen ver- steht sich als Teil einer öffentlichen Diskussion, die spätestens nach den interna- tional vergleichenden Bildungsstudien der letzten Jahre eine vielstimmige Auf- merksamkeit gefunden hat. Es zeichnet sich jedoch auch ab, dass trotz verbreite- ter Reformrhetorik soziale Differenzierungsmechanismen in der Gesellschaft verschärft wirken und immer größere gesellschaftliche Gruppen erfassen. Zu- gleich verstärken sich Tendenzen, diese Entwicklung als angeblich unabänderli- che Folge objektiver Gegebenheiten darzustellen und als soziokulturellen Tatbe- stand hinzunehmen bzw. gar zu zementieren. Trotz des mittlerweile populären Wissens, dass in keinem anderen europäischen Land Bildungserfolge so stark von der sozialen Herkunft abhängig sind wie in Deutschland, stehen einer grundlegenden Reform des Bildungswesens, die dazu beitragen könnte, Schule und Bildung als wichtige Faktoren sozialer Integration und Chancengleichheit auch in der Realität zu entwickeln, vielschichtige bildungspolitische Interessen- konflikte entgegen. Reformversuche bleiben, wie die gegenwärtigen Schulre- formmodelle beispielsweise in Berlin, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen vor- führen, unter dem Druck eines starken konservativen Lobbyismus auf halbem Weg stehen. Die...

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