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Politische Kultur und Theatralität

Aufsätze, Essays, Publizistik- Mit einem Vorwort von Joachim Fiebach

Gottfried Fischborn

Der Verfasser beschreibt und analysiert Elemente und Aspekte von Theatralität in der politischen Kultur Deutschlands zwischen 1990 und 2011. In diesem Sinne versteht sich das Buch als angewandte Theaterwissenschaft mit interdisziplinärem Bezug zur Politik- und Kommunikationswissenschaft. Dabei rücken vor allem die Schwierigkeiten und Widersprüche des deutschen Vereinigungsprozesses in den Focus. Die Theaterwissenschaft der DDR gab für das Diskursfeld «Theatralität» vor allem durch Rudolf Münz und Joachim Fiebach schon seit 1978 folgenreiche Anstöße. An Fiebachs kommunikationswissenschaftlich geprägtes Konzept schließt der Verfasser unmittelbar an. Die Studien und publizistischen Arbeiten werden ergänzt durch einige literaturwissenschaftliche, thematisch angrenzende Texte, unter anderem zu Peter Hacks, Heiner Müller, Alfred Matusche und Uwe Tellkamp.

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MEDIENAUFTRITTE ODER HILLARY IN GERMANY

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Kürzlich schrieben die Rezensenten voneinander ab, Hillary Rodham Clin- tons, nun ja: Erinnerungsbuch lese sich wie ein „Bewerbungsschreiben“. für die übernächste Präsidentschaft der Vereinigten Staaten 2008, denn, darüber war man sich einig, im kommenden Jahr wäre gegen George Wal- ker Bush jr. doch nichts zu machen. Aber niemand anderer als sie, von Bill einmal abgesehen, hat nachhaltiger bewiesen: Die Bush-Familie ist besiegbar. „Ich habe mich gegen Barbara Bush in einem Wettbewerb durchgesetzt, meine Kekse gegen ihre Kekse, und meine waren die Sieger“ – so am ersten Juli-Wochenende 2003 im Ma- gazin der „Süddeutschen Zeitung“ nachzulesen. Kein Wunder, es waren „die mit Schokoladensplittern. Ausgezeichnete Kekse!“ Na bitte. Da kann man doch gut verstehen, daß Hillary nachlegt: „Es ist eine der großen Aus- zeichnungen in meinem Leben, auf die ich zurückblicken kann.“ Man will ihr ja wirklich nicht unterstellen, diese triumphale Back-Erin- nerung – Antwort auf die 54. Reporterfrage von 100 vereinbarten – sei ernsthaft die Zurücknahme der einstigen, rebellischen Gouverneursgat- tin von Arkansas, die nicht „immer zu Hause sitzen, Kekse backen und Tee ... kochen“ wollte. Die Senatorin spielt hier eine andere Rolle: die der Humoristin, die selber gerne lacht. In der gewinnt man Sympathien und in ihr ist vieles leichter zu beantworten oder zu umgehen – beispielswei- se die Frage 89 nach der „größten Lüge über die amerikanische Familie“ mit den beiden Worten „Keine Ahnung.“ Der Interviewer Moritz von Uslar vermerkt an dieser Stelle „Lüge“, und in der Tat: Frau Clinton wird...

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