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Die Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio als Möglichkeit zum selbstständigen Erarbeiten fremdsprachlicher Kompetenzen

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Maria-Antonia Kontostathi

Mit der Veröffentlichung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) im Jahre 2001 wurde versucht, für Fremdsprachenlerner in Europa ein allgemeines Bewertungskonzept zur Verfügung zu stellen, das als Orientierungshilfe im sprachlichen Bereich fungieren soll. Das Ziel dieser Studie liegt in der Evaluation des innovativen Potenzials des Europäischen Sprachenportfolios (ESP), einer Folgeveröffentlichung des GER. Zu diesem Zweck wurde die Arbeit mit dem ESP bei Schülern der 7. Klasse an dem griechischen Gymnasium in Dortmund in einem Zeitraum von fünf Monaten dokumentiert. Das Augenmerk richtete sich dabei auf die Selbstreflexionsprozesse, die bei den Schülern durch die Auseinandersetzung mit den Kann-Beschreibungen des ESPs ausgelöst wurden. Die Auswirkung der Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio wurde auf der Grundlage qualitativ-empirischer Erhebungen untersucht. Insgesamt wurde eine Akzeptanz des gesamten ESPs festgestellt und es ließ sich ein starkes Argument für die Arbeit mit dem Portfolio ableiten. Offensichtlich gelang es mit der Portfolioarbeit, auch schwächere Schüler in besonderer Weise anzusprechen und zu motivieren.

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7. Vorschlag zur Gestaltung der Erstbegegnung mit dem ESP

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In dem vorliegenden Kapitel wird ein Vorschlag zur Erstbegegnung mit dem Portfolio gemacht, der bereits im Zeitraum von Januar bis Juni 2006 in der sieb- ten Klasse des griechischen Gymnasiums in Dortmund erprobt wurde. Vorweg sei erwähnt, dass folgende Aspekte bereits bei der Erstbegegnung mit dem Port- folio vermittelt werden sollten: Die Motivation zum Sprachenlernen durch einen positiven Zugang zur eigenen Leistung bzw. Stärkung der Selbstkompetenz, die schrittweise Entwicklung des autonomen Lernens, die Aneignung von wirksamen Lernstrategien („Lernen lernen“), die Einübung von Selbsteinschätzung mithilfe von Checklisten, die Lernbiografie und schließlich die Sensibilisierung für inter- kulturelles Lernen.41 Zur Realisierung dieser Aspekte sollte man sich zunächst nicht ausschließlich auf die „perfekten“ – im Dossier zu präsentierenden – Lern- produkte konzentrieren, sondern eher darauf, die Zielsetzung des GERs und des ESPs (vgl. Kap. 6) in der Unterrichtsrealität entsprechend zu praktizieren. Das Augenmerk des eigenen Vorschlags wird demnach eher auf ein prozess- und nicht auf ein produktorientiertes Lernverfahren gerichtet, da ein produktorientierter Einstieg in das ESP die Schüler unter Druck setzen würde. Anders als beim pro- duktorientierten Lernprozess, bei dem den Schülern ihr Handeln fast aufgezwun- gen wird, sollten sie bei einem effizienten Einstieg in das ESP eine Neuerung bei der Leistungsbeurteilung (vgl. Brunner/Schmidinger 2004), z. B. eine Wertschätzung von Mindestkenntnissen in der deutschen Sprache erleben, die zunächst ihre Moti- vation im Fremdsprachenunterricht aufrechterhalten bzw. wecken kann. (Vgl. Kp.1) Zu diesem Zweck sollten zumindest zu Beginn des Einsatzes des ESPs die...

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