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Translationswissenschaftlicher Nachwuchs forscht

IATI-Beiträge II

Series:

Lew Zybatow and Michael Ustaszewski

Die IATI (International Academy for Translation and Interpreting), gegründet 2003 als Nachfolgeorganisation der CUITI-Akademie, bietet mit ihren Sommerschulen «SummerTrans» unter dem Motto «Translationstheorie trifft Translationspraxis» ein Aus- und Fortbildungsprogramm zu Themen und Berufsprofilen, die in den universitären Studienprogrammen kaum eine Rolle spielen, in der Praxis aber stark nachgefragt sind, wie multimediales und literarisches Übersetzen, Filmsynchronisation und Untertitelung, Softwarelokalisierung, Website-Translation, moderne Translationstechnologien u. a. Außerdem richtet jede SummerTrans eine PhD-School aus, zu der DoktorandInnen und HabilitandInnen vor Vertretern der Internationalen Scientific Community und den anwesenden ProfessorInnen ihre wissenschaftlichen Projekte vor- und zur Diskussion stellen. Der Band enthält 13 Beiträge der PhD-School zur SummerTrans IV, die im Juli 2011 in Wrocław (Polen) stattgefunden hat.

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ZUM SPRACHLICHEN DETERMINISMUS UND RELATIVISMUS: Janusz Stopyra, Universität Wrocław (Polen)

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ZUM SPRACHLICHEN DETERMINISMUS UND RELATIVISMUS Janusz Stopyra, Universität Wrocław (Polen) Der Zusammenhang zwischen der Sprache und der außersprachlichen Wirklich- keit wird bereits seit langem erwogen und in den letzten Jahrzehnten auch in Bezug auf die Translationswissenschaft diskutiert (vgl. z.B. Coseriu 1981; Mor- ciniec 2007). Das Relativitätsprinzip der Sprache, die Sapir-Whorf-Hypothese und der sprachliche Determinismus sind Termini, die dabei am häufigsten ge- braucht werden. In der Tat lässt sich die Thematik erkenntnismäßig als sehr attraktiv bezeichnen, gilt aber auch als sehr umstritten. Die einerseits von Wil- helm von Humboldt und den Neuhumboldtisten, wie z.B. Leo Weisgerber, ange- fangene Thematik wurde auch von den Amerikanern Eduard Sapir und Benjamin Lee Whorf betrieben. Sie ist meiner Meinung nach auch für die Translatorik sehr wichtig, weil sie Probleme anspricht, welche – da interkulturell – für das Dol- metschen/Übersetzen grundlegend sind. Der sprachliche Determinismus weist auf den Zusammenhang zwischen der Sprache, ihrer Form und Funktion, und der außersprachlichen Wirklichkeit hin. Die sprachlichen Ausdrücke reflektieren unser Denken, unsere Traditionen, Bedürfnisse und Prioritäten. Die Realität ist aus vielen Elementen zusammenge- setzt. Es werden jedoch nur diejenigen benannt, welche für uns wichtig oder interessant sind. Nur für sie gibt es Lexeme, für andere dagegen nicht. Als Kon- sequenz des sprachlichen Determinismus gibt es „sprachliche Weltbilder“ für einzelne Sprachen, und nicht ein allgemeines. Vielmehr ist, den Anhängern der primären Version der Sapir-Whorf-Hypothese zufolge, interkulturelles Kommu- nizieren und, was damit zusammenh...

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