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Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat 1802-1810

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Jasmin Sonntag

Die Arbeit befasst sich mit der Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat in den Jahren 1802 bis 1810. In Zusammenfassung der verstreuten Ausführungen zu den Leistungen des Namensgebers, des letzten Reichserzkanzlers Karl Theodor von Dalberg, gewährt die Autorin einen Überblick über die entsprechenden Strukturen in den einzelnen Bestandteilen des Staates. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei auf dem Fürstentum Regensburg. Ausgehend von Dalbergs Persönlichkeit sowie den Rahmenbedingungen und Ursachen, die zur Gründung des Dalbergstaates führten, leitet die Autorin zu dem eigentlichen Staatsgebilde, seinen Bestandteilen und Institutionen über und beleuchtet ausführlich deren Aufgaben und Entwicklungen. Abgerundet wird die Arbeit mit dem Untergang des Dalbergstaates und einem kurzen Ausblick auf die Zukunft seiner Teilstaaten im Königreich Bayern bzw. im Großherzogtum Frankfurt.

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IV. Bedeutung der Position des Erzkanzlers als Ausgangspunkt und Prämisse der weiteren Entwicklung

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In einem Beschluss der Reichsdeputation vom 10. Dezember 1802, der die ver- tragsrechtliche Voraussetzung für die finanzielle Versorgung sowie für die terri- toriale Beschaffenheit von Dalbergs Kurstaat geschaffen hatte, erhielt Dalberg „ex jure novo“ den Titel des „Reichserzkanzlers“40 zugesprochen. Kein Land, sondern dieses Reichsamt sollte künftig die Grundlage seiner Kurwürde bilden. Der Kurstaat selbst wurde ab diesem Zeitpunkt als ebenfalls „ex jure novo“ ge- schaffenes Staatsgebilde betrachtet; die Bezeichnung als altes Kurfürstentum Mainz verschwand, um jegliche Erinnerung an oder Identifikation mit den ehe- maligen Verhältnissen auszuschließen41. Mit Gründung des Rheinbundes im Jahre 1806 schließlich wurde der Titel des „Reichserzkanzlers“ durch den des „Fürstprimas von Deutschland“ ersetzt42. Angesichts der wesentlichen Bedeutung dieser beiden Positionen sollen sie im Folgenden näher beleuchtet werden. 1. Erzkanzler und Erzbischof Von den zahlreichen Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation standen die den Kaiser wählenden Kurfürsten an der Spitze, wobei den geistli- chen Kurfürsten – den Erzbischöfen von Köln, Trier und Mainz - die sog. Erz- ämter und damit u.a. auch die Ämter der Erzkanzler vorbehalten waren. In die- ser Riege wiederum nahm der „Erzkanzler für Deutschland“ bzw. „des Reiches“ (Archicancellarius Sacri Imperii per Germaniam), traditionell in der Hand des Kurfürst-Erzbischofs von Mainz, die bedeutendste Position ein43. Hatten die Ämter der Erzkanzler für Burgund und für Italien schon seit dem Mittelalter weitgehend an Bedeutung verloren, behielt der Erzkanzler für Deutschland bis zum Ende...

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