Show Less

Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

Series:

Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Es war einmal eine kleine Frau. Genealogische Erkundungen in Peter Henischs Großmutter-Roman Eine sehr kleine Frau(2007). Anna Rutka (Lublin)

Extract

185 Es war einmal eine kleine Frau. Genealogische Erkundungen in Peter Henischs Großmutter-Roman Eine sehr kleine Frau (2007) Anna Rutka (Lublin) Nahezu dreißig Jahre nach dem Erscheinen seines berühmten Vater-Buches Die kleine Figur meines Vaters (1975) setzt der Österreicher Peter Henisch die Auf- arbeitung der eigenen Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Nationalso- zialismus mit dem seiner Großmutter gewidmeten Roman Eine sehr kleine Frau fort. Henisch greift den in den letzten Jahren sehr beliebten narrativen Modus der genealogischen Erkundung auf, um die zeitgeschichtlich und biographisch prägenden Momente im Leben seiner längst verstorbenen Großmutter im litera- rischen Spiel zwischen Erinnerung und Phantasie zu re-konstruieren. Der Ich-Erzähler des Romans Paul Spielmann, ehemaliger Schriftsteller und später Germanistikprofessor an der amerikanischen Universität in Maine, kehrt nach zwanzig Jahren in seine Heimatstadt Wien zurück. Durch die Annäherung an die Topographie der Stadt werden Erinnerungen an seine Großmutter, die jüdische Wienerin Marta Prinz, ausgelöst. Die Spaziergänge durch die in ihrem Erscheinungsbild stark veränderten Stadtbezirke und die Lektüre der Bücher, die die Großmutter einmal las und aus denen sie ihrem Enkel Geschichten erzählte, initiieren den Erzählfluss, in dem aus Kindheitserinnerungen, literarischer Fikti- on und Nacherzählungen der großmütterlichen Lektüreerlebnisse Schritt für Schritt das Porträt einer ,kleinen Frau’ entsteht. Ähnlich wie Jahre zuvor in sei- nem Vater-Buch betrachtet Henisch die ‚große Geschichte’ durch die Geschich- te der „sehr kleinen Frau“ und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.