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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Livia Gaudino Fallegger: Prosodie und Syntax. Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Anknüpfung von perché-Klauseln

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Prosodie und Syntax. Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Anknüpfung von perché-Klauseln Livia Gaudino Fallegger 1. Einleitung Inzwischen besteht ein gewisser Konsens darüber, dass prosodische Ver- fahren polyfunktional sind. Primär scheinen sie der Kontrolle der sprach- lichen Interaktion und der Verwaltung der Informationsflüsse zu dienen (Schmidt 2001), sie unterstützen also den dynamischen Prozess des Hörer- /Sprecherwechsels sowie die reibungslose Identifikation der kommuni- kativen Foci (Morel 1998). Man kann diesbezüglich also von einer informa- tionsstrukturierenden, kommunikativ-interaktionellen nicht-ikonischen Rol- le sprechen (Lacheret-Dujour 2003). Neben der kommunikativ-interaktio- nellen Funktion werden der Prosodie syntaktisch-demarkative Funktionen attestiert. Die in der Theorie durchaus denkbare Systematik proso-syntak- tischer Zusammenhänge ist jedoch in der Praxis nur schwer nachweisbar, weil sie im Redefluss durch rhythmische Faktoren, die mit der Länge und Komplexität der Äußerung in Verbindung stehen, sowie kommunikativ-inter- aktionelle Funktionen überlagert und neutralisiert wird (Martin 2006: 137, 147). Im Zusammenhang damit ist eine gewisse Skepsis gegenüber Studien zur Interaktion proso-syntaktischer Merkmale zu sehen. In Anbetracht dieser Lage fragt es sich, ob ein Ansatz, bei dem allein Mikrobereiche der Syntax berücksichtigt werden, nicht helfen könnte, das Problem der Überlagerung mehrerer Funktionsebenen zu beheben. Schmidt (2001: 17) geht einen vergleichbaren Weg, wenn er bei der Untersuchung der Intonation seine Aufmerksamkeit von den langatmigen Äußerungen auf sehr einfache Diskurspartikeln wie etwa uh und äh lenkt. Mein Beitrag knüpft an diesen Forschungsansatz an, indem die Frage gestellt wird, ob die unterschiedlichen Integrationsgrade adjungierter perché-...

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