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Zur Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten

Unter besonderer Berücksichtigung der Bilanzierung von ERP-Software

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Britta Höwer

Unter welchen Voraussetzungen sind Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln? Diese Frage wurde bislang unter Rückgriff auf das Erfolgsneutralitätsgebot beantwortet. Daran kann indes nicht festgehalten werden. Vielmehr ist das Vorsichtsprinzip zugrundezulegen. Basierend auf diesem Grundsatz stellen Aufwendungen Anschaffungsnebenkosten dar, wenn sie zu einer Werterhöhung des angeschafften Wirtschaftsguts führen. An diesen Vorgaben hat sich die Abgrenzung zu Herstellungskosten und Betriebsausgaben zu orientieren. Wendet man die dabei gefundenen Ergebnisse auf die Implementierung von ERP-Software an, so wird u.a. deutlich, dass Aufwendungen für das sogenannte Customizing als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln sind.

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3. Teil: Entwicklung einer Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten

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Nachdem vorstehend zur Darstellung des Untersuchungsgegenstands neben der Abgrenzung zwischen Hauptkosten und Nebenkosten einer Anschaffung eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der heute anerkannten Formen von Nebenkosten getätigt worden ist, soll sich nun der Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten gewidmet werden. Wie bereits erwähnt, wird dabei das Ziel verfolgt, einen Lösungsansatz zu finden, anhand dessen Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten qualifiziert werden können. Kapitel 1: Grundlagen einer Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten Ausgangspunkt dieses Lösungsansatzes ist die Feststellung, welche Prinzipien die dogmatische Grundlage der Aktivierung von Nebenkosten bilden. Im Rah- men dieser Feststellung gilt es die in Betracht kommenden Prinzipien, nament- lich Maßgeblichkeitsprinzip, Gebot der Erfolgsneutralität sowie Vorsichtsprin- zip (vgl. S. 34 ff.), und ihre Ausgestaltung im Kontext von Anschaffungsneben- kosten auf die handels- und steuerbilanzielle Rechtfertigung zu untersuchen. Denn nur so kann eine Behandlung von Anschaffungsnebenkosten in Handels- und Steuerbilanz ermöglicht werden, die frei von Wertungswidersprüchen ist. Ist auf diese Weise ermittelt worden, welche Prinzipien die dogmatische Grundlage der Aktivierung von Anschaffungsnebenkosten bilden, so gilt es an- schließend, einen Maßstab zu entwickeln, der für eine ausreichende Beachtung der Wertung dieser Prinzipien bei der Einordnung von Aufwendungen als Ne- benkosten sorgt (vgl. hierzu S. 86 ff.). § 1 Überblick über die heranzuziehenden Recht- fertigungsmaßstäbe Um die Rechtfertigung der o.g. Prinzipien betrachten zu können, ist zuvor zu bestimmen, anhand welcher Maßstäbe dies geschehen soll. 24 A. Festlegung der handels- und steuerrechtlichen Bilanzzwecke als Rechtfertigungsmaßstäbe Wie in der Einleitung hervorgehoben, geht es im...

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