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Allgemeine Geschäftsbedingungen im Unternehmensverkehr im englischen und deutschen Recht

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Rouven F. Bodenheimer

Der Reformbedarf von Allgemeinen Geschäftsbedingungen und ihre Anwendung im unternehmerischen Geschäftsverkehr wird seit einiger Zeit diskutiert. Inwieweit decken sich Auslegung durch die Rechtsprechung und Wortlaut der Normen unter besonderer Berücksichtigung des gesetzgeberischen Willens? In der Arbeit wird neben dieser Thematik in einem weiteren Schritt die Behandlung von AGB im unternehmerischen Geschäftsverkehr in England aufgezeigt. Dabei gilt ein Schwerpunkt den Überlegungen der Reformkommission in England. Hierbei stellt sich die Frage, inwieweit die gefundenen Ergebnisse und Kritikpunkte aus dem deutschen Recht durch die Ansätze in England gestützt werden. So wird die Frage beantwortet, ob es Reformbedarf in Deutschland durch den Gesetzgeber gibt. Ein Gesetzesvorschlag rundet die Untersuchung ab.

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Kapitel B: Die historische Entwicklung im englischen und deutschen Recht

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23 Kapitel B Die historische Entwicklung im englischen und deutschen Recht Die unterschiedliche historische Entwicklung in England und Deutschland hat große Auswirkungen auf die jeweiligen Rechtskreise. Um die Unterschiede der beiden Rechtssysteme zu verstehen, ist zunächst auf die Entwicklung des engli- schen Common Law und auf die Geschichte des deutschen Rechts und abschlie- ßend auf die Folgen für beide vergleichend einzugehen. I. Die Entwicklung des englischen Common Law 1. Politische Entwicklung Anstelle eines Zivilgesetzbuchs, eines Handelsgesetzbuchs, einer Zivilprozess- ordnung, eines nach rationalen Gesichtspunkten aufgebauten und durchgebilde- ten Systems juristischer Begriffe begegnet man in der englischen Rechtstechnik einem vorrangig an Präjudizien und Fallgruppen orientiertem System, das lieber konkret und historisch als abstrakt und systematisch argumentiert.7 Keine gel- tende Rechtsordnung verlangt zu ihrem Verständnis so gebieterisch wie die eng- lische eine Besinnung auf historische Grundlagen.8 Die englische Rechtsgeschichte beginnt mit dem Jahre 1066. Die Normannen brachten unter Wilhelm I. den Angelsachsen in der Schlacht von Hastings eine vernichtende Niederlage bei. Damit schufen sie die Voraussetzungen dafür, in den folgenden Jahren nach und nach fast die ganze britische Insel unter ihre Herr- schaft zu bringen. Die weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Justiz ist von den Normannenkö- nigen und ihrer Verwaltung geprägt worden. Einflüsse aus früherer Zeit können vernachlässigt werden.9 Zu den Leistungen Wilhelms I. gehörte der Aufbau eines gleichförmigen und geordneten Lehnwesens, welches auf den König als obersten Lehnsherrn aus- 7 Zweigert/Kötz, Einführung, S. 177....

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