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Das Klavierschaffen César Francks:

Besonderheiten der Semantik der Musiksprache und ihre Bedeutung bei der Gestaltung der sinnbildlich-emotionalen Sphäre der Werke

Roman Salyutov

Diese Arbeit erweitert die Vorstellung vom besonderen kompositorischen Denken César Francks und fördert eine Annäherung an den Inhalt seiner Musik. Durch eine semantische Analyse seiner Klavierwerke wird zum ersten Mal eine Reihe von sinntragenden Elementen herausgearbeitet, darunter nebst den einzigartigen Figuren Francks meist musikalisch-rhetorische Figuren des Barock. So lässt sich die reiche sinnbildlich-emotionale Welt des Komponisten erschließen. Zugleich wird die Verbindung eines seiner größten Werke – des Zyklus «Präludium, Choral und Fuge» – mit der Heiligen Schrift, und zwar mit dem Leben und Leiden Jesu Christi erhellt. Das Buch enthält zahlreiche kommentierte Notenbeispiele und sei Musikwissenschaftlern ebenso empfohlen wie Komponisten und Interpreten.

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Vorwort

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Als ich noch Schüler am Musik-Lyzeum in Sankt Petersburg war, lernte ich César Francks Zyklus Präludium, Choral und Fuge zum ersten Mal kennen. Diese Kom- position faszinierte mich nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer besonderen inneren Energie und Anziehungskraft. Damals fand ich keine Erklärung für dieses Phänomen, und diese Musik blieb für mich lange ein Geheimnis. 10 Jahre später entschloss ich mich, Francks Schaffen gründlich zu untersuchen. Sein künstlerischer Weg zum wohl verdienten Ruhm war nicht rasch und leicht. Im Laufe seines Lebens hat er unermüdlich gearbeitet und die Höhe seines Schaffens sowie öffentliche Anerkennung erst allmählich erreicht, wobei seine Kompositionstätigkeit sich neben einer Laufbahn als Interpret und Pädagoge vollzog. Francks Schaffen fällt in die romantische Musikepoche, die sich unter anderem durch die zunehmende Individualisierung des künstlerischen Stils, durch erhöhte Expressivität, reiche emotio- nale Bandbreite und erweiterte Bildhaftigkeit auszeichnet. Daneben tritt im Laufe der Zeit etwas Besonderes in Francks Schaffen hervor: Auf den ersten Blick unbegreifliche kompositionstechnische Gesetzmäßigkeiten verleihen seinen Werken eine einzigartige innere Konzentriertheit; seine musikalischen Aussagen werden immer tiefer und inhaltsreicher, als ob die Emotionalität und die Leidenschaft seiner Musik durch die eigene Lebenserfahrung und Weisheit ergänzt würden. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Francks Schaffen ergab, dass derartige Veränderungen nicht zufällig sind: Schon früh hatte der Komponist kompositorische Techniken vergangener Musikepochen erlernt und diese mit zeitgenössischen Tenden- zen...

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