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Das Klavierschaffen César Francks:

Besonderheiten der Semantik der Musiksprache und ihre Bedeutung bei der Gestaltung der sinnbildlich-emotionalen Sphäre der Werke

Roman Salyutov

Diese Arbeit erweitert die Vorstellung vom besonderen kompositorischen Denken César Francks und fördert eine Annäherung an den Inhalt seiner Musik. Durch eine semantische Analyse seiner Klavierwerke wird zum ersten Mal eine Reihe von sinntragenden Elementen herausgearbeitet, darunter nebst den einzigartigen Figuren Francks meist musikalisch-rhetorische Figuren des Barock. So lässt sich die reiche sinnbildlich-emotionale Welt des Komponisten erschließen. Zugleich wird die Verbindung eines seiner größten Werke – des Zyklus «Präludium, Choral und Fuge» – mit der Heiligen Schrift, und zwar mit dem Leben und Leiden Jesu Christi erhellt. Das Buch enthält zahlreiche kommentierte Notenbeispiele und sei Musikwissenschaftlern ebenso empfohlen wie Komponisten und Interpreten.

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2 Analyse der Werke für Klavier-Solo

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2.1 Präludium, Choral und Fuge 2.1.1 Einführung Im Jahr 1884 (nach der langen Schaffenspause im Bereich der Musik für Klavier- Solo) komponierte Franck den Zyklus „Präludium, Choral und Fuge“ (h-moll). Aus der spätromantischen Epoche „kehrte“ der Komponist in diesem Werk zurück zu J. S. Bach, und zwar zu eigenständigen polyphonen Musikformen (Fuge) und zu einigen für jene Epoche charakteristischen Genres (Präludium als Vorspiel in der Barock-Musik, Choral). Durch d’Indy ist überliefert, dass Franck zuerst einen einfachen Zyklus „Präludium und Fuge“ in Bachs Stil komponieren wollte, ihm aber im Laufe der Arbeit die Idee kam, noch einen Choral als mittleren Satz hinzuzufügen.1 Laut Strucken-Paland zeigt sich darin das im 19. Jahrhundert wieder erwachte Interesse an alten Gattungen und Formen, die bei einer ganzen Reihe der Komponisten Verkörperung finden.2 Außerdem schreibt Mohr: „Das Werk stellt an den Spieler ungewöhnliche Anforde- rungen, nicht nur im Technischen, sondern ganz besonders im Geistigen, im Gestalten.“3 Die Einführung des Chorals weist im Vorfeld auf einen mit religiösem Kontext zusammenhängenden Inhalt hin (aufgrund fehlender Worte allerdings nur latent). Diesbezüglich betont Mohr folgendes: „Die Einführung bekannter Choralmelodien in die absolute, nicht an Worte gebundene Musik wirkt auf den Hörer stets auf dem Umweg über die Erinnerung an die dem Choral zu Grunde liegenden Worte und deren besonderen, auf ganz bestimmten religiösen Vorstellungen und Werten beruhenden Gefühlsinhalt, also nicht – oder jedenfalls nicht nur – als rein absolute...

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