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Das Klavierschaffen César Francks:

Besonderheiten der Semantik der Musiksprache und ihre Bedeutung bei der Gestaltung der sinnbildlich-emotionalen Sphäre der Werke

Roman Salyutov

Diese Arbeit erweitert die Vorstellung vom besonderen kompositorischen Denken César Francks und fördert eine Annäherung an den Inhalt seiner Musik. Durch eine semantische Analyse seiner Klavierwerke wird zum ersten Mal eine Reihe von sinntragenden Elementen herausgearbeitet, darunter nebst den einzigartigen Figuren Francks meist musikalisch-rhetorische Figuren des Barock. So lässt sich die reiche sinnbildlich-emotionale Welt des Komponisten erschließen. Zugleich wird die Verbindung eines seiner größten Werke – des Zyklus «Präludium, Choral und Fuge» – mit der Heiligen Schrift, und zwar mit dem Leben und Leiden Jesu Christi erhellt. Das Buch enthält zahlreiche kommentierte Notenbeispiele und sei Musikwissenschaftlern ebenso empfohlen wie Komponisten und Interpreten.

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3 Analyse der Kammermusikwerke mit Klavier

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3.1 Klavierquintett 3.1.1 Einführung Das Klavierquintett f-moll wurde von Franck 1879 vollendet, ca. 40 Jahre nach seinen frühen Kammermusikwerken mit Klavier. In dieser Zwischenzeit arbeitete der Kompo- nist vorwiegend an Orgel- sowie Orchestermusik. Über die Rückkehr Francks zur Klaviermusik schreibt Taube folgendes: „Nach jahrzehntelanger Pause ... erwacht in ihm wieder ein reges Interesse für das Klavier. Die düsteren Bilder der Vergangenheit sind verblasst – die Abneigung gegen jenes Instrument, für das er einst mechanisch aufgezwungene Kompositionen schrieb, ist nun dem ursprünglichen Gefühl der Liebe gewichen.“1 Trotz seiner großen Bedeutung, die Eich2 erwähnt, wurde dieses Werk nicht eindeutig positiv und lobend angenommen, sogar seitens einiger namhafter Künstler der damaligen Zeit, die Franck gut kannten. Wie Mohr schreibt3, hat Saint-Saёns, der bei der Uraufführung als Pianist wirkte, dieses Quintett abgelehnt. Debussy, der Francks Klasse am Pariser Konservatorium seit einiger Zeit besuchte, bezeichnete diese Komposition als eine Art Paroxysmus („trop tendu“, „C`est du paroxysme tout le temps“)4. Sogar Liszt, der sich gegenüber Francks Schaffen seit seinen ersten Trios sehr freundlich verhielt (siehe z.B. Liszts Brief an Franck vom 15. Dezember 18565), fand das Werk zu dramatisch6. Vallas schreibt, dass Liszt sich dazu später wie folgt geäußert hat: „...the Quintet, in its search for dramatic expression, had overpassed the legitimate bounds of chamber music.“7 Aber wie in der Analyse gezeigt wird, liegt dem Quintett kein spontaner Ausbruch von Expression und Emotionen (eine Art des von Debussy...

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