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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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aula – domus – turris: Dominante Bauten der frühen mittelalterlichen Burgen in Mittel- und Westeuropa. Dieter Barz

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aula – domus – turris : Dominante Bauten der frühen mittelalterlichen Burgen in Mittel- und Westeuropa Dieter Barz Nach Werner Meyer „(…) ergeben sich folgende funktionsbedingte Hauptmerkmale einer Adelsburg: ― Wohnsitz einer Adelsfamilie ― Mittelpunkt eines Herrschaftskomplexes ― Mittelpunkt eines vorwiegend auf Selbstversorgung ausgerichteten Wirtschafts- betriebs ― Wehrhaftigkeit im Sinne baulicher Verteidigungseinrichtungen Weitere Eigenschaften sind entweder aus diesen vier Hauptfunktionen abzuleiten (z. B. macht- und standessymbolische Bedeutung, ferner Verwaltungsfunktionen) oder in Einzelfällen zu beobachten (z. B. Sakralfunktion).“.1 In jüngerer Zeit ist die Bezeichnung Adelsburg in die Kritik geraten, da auch Minis- teriale, Klöster, Bischöfe, Städte, Bürger 2 und Ritter eigene Burgen gebaut haben oder Inhaber von Burgen waren. So wird z. B. im ostfränkischen Reich 953 ein Ritter als Inhaber der Burg Groitzsch und im westfränkischen Reich 1001 ein Ritter als Inhaber der Burg Montsoreau fassbar.3 Eine alternative Bezeichnung als Feudalburg – wie teilweise in der aktuellen französischen Burgenforschung üblich – dürfte jedoch zu Diskussionen führen. 1 Werner Meyer, Frühe Adelsburgen zwischen Alpen und Rhein, in: Josef Fleckenstein (Hg.), Das ritterliche Turnier im Mittelalter, Göttingen 1985, S. 571–587. 2 G. Ulrich Grossmann u. Hans Ottomeyer, Die Burg – Einführung zum Begleitband, in: G. Ullrich Grossmann u. Hans Ottomeyer (Hg.), Die Burg, Dresden 2010, S. 14. 3 Ein früher Hinweis hierfür liegt aus den östlichen Marken des ostfränkischen Reiches vor: 952 verleiht König Otto I. seinem lieben (diletco) Vasallen Billing u. a. das castellum Groitzsch im Tausch gegen andere Güter...

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