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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Kastellburgen an der Reichsgrenze, imperiale Machtgestik oder lokaler Herrschaftsanspruch? Patrick Schicht

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Kastellburgen an der Reichsgrenze, imperiale Machtgestik oder lokaler Herrschaftsanspruch ? Patrick Schicht Passend zum Tagungsthema einer möglichen Symbolik von Macht und Herrschaft im mittelalterlichen Profanbau soll hier ein Phänomen des mittleren 13. Jahrhunderts an der östlichen Reichsgrenze, im Gebiet der damaligen Herzogtümer Österreich und Steier vorgestellt werden.1 Es handelt sich um eine in Mitteleuropa sehr seltene Häu- fung gleichartiger Burgen, deren Kerngruppe in einem eng begrenzten Zeitraum und mit politischem Kontakt entlang der Grenze nach Ungarn entstand. Üblicherweise ist ja eine Einordnung von Burgen in bestimmte starre Typologien eher einschränkend und vor Ort auch selten wirklich deutlich nachvollziehbar. Zudem ist ihre Ordnung mehr- schichtig möglich, etwa topographisch, architektonisch, funktional, größenmäßig oder besitzrechtlich.2 Ein Bautyp ist jedoch leichter einzugrenzen, nämlich die so genannte Kastellburg. Während man im Mittelalter jede Burg unter anderem auch als castell bezeichnen konn- te,3 meint die heutige Forschung damit allgemein in Anlehnung an römische Kastelle ausschließlich regelmäßige Wehranlagen mit Randbebauung.4 Da auch diese Gruppe noch sehr grob abgegrenzt ist, sollen hier klassische Burgen auf regelmäßigem Grund- riss sowie rechteckige Mantelmauerburgen beiseite gelassen werden. Wir konzentrie- 1 Vgl. Patrick Schicht, Österreichische Kastellburgen des 13. und 14. Jahrhunderts (Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Beiheft 5 / 2003), Wien 2003; unveränderte Neu- auflage mit ergänzendem Vorwort 2007. 2 Eine aufschlussreiche Diskussion von Burgen-Typologien bei Reinhard Zimmermann, Burgentypologie – Probleme und Perspektiven, in: Burgen und Schlösser 42, 2001, S. 66 –77, hier S....

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