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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Das Rathaus – eine Stätte bürgerlicher Repräsentanz auch im Absolutismus? Exemplarisch dargestellt anhand der Mark Brandenburg: Tangermünde, Brandenburgund Frankfurt an der Oder. Klaus Freckmann

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Das Rathaus – eine Stätte bürgerlicher Repräsentanz auch im Absolutismus ? Exemplarisch dargestellt anhand der Mark Brandenburg: Tangermünde, Brandenburg und Frankfurt an der Oder Klaus Freckmann Der Arbeitskreis für Hausforschung widmete seine Jahrestagung 2009 dem Thema „Rathäuser und andere kommunale Bauten“. Ich referierte damals über brandenburgi- sche Rathäuser und ging der Frage nach, ob in einem absolutistisch regierten Land, wie es das Kurfürstentum und spätere Königreich Brandenburg bekanntermaßen im 18. Jahrhundert war, Rathäuser noch als Stätten kommunaler Selbstverwaltung fungier- ten.1 Erstaunlicherweise verfügten die Städte auch zu jener Zeit, das heißt in der Ära Friedrichs II., über ein bemerkenswertes Maß an eigenständiger Administration, die allerdings nicht mit einer Selbstautonomie gleichzusetzen ist, wie wir sie beispiels- weise von einer Reichsstadt wie Köln kennen. Errichtet wurden damals, und dies ist die zweite erstaunliche Tatsache, auch weitere Bauten kommunalen Genres, deren bedeutendstes Beispiel das prächtige Rathaus in Potsdam sein dürfte. Es entstand zwi- schen 1753 und 1755 und spiegelt die architektonischen Vorstellungen des besagten Friedrich II. wider. Dieses Rathaus lässt sich aber weniger, und damit ist der Terminus kommunales Genre zu präzisieren oder zu korrigieren, als ein Symbol bürgerlichen Selbstverständnisses interpretieren, sondern steht für eine fürstliche städtebauliche Initiative, die auch einen Stadtausbau wie Potsdam einbezog. Neubauten dieser Art sind mit den Namen großer Baumeister verknüpft, für die exemplarisch Johann Fried- rich Eosander von Göthe genannt...

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