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Zwischen Selbst- und Fremdbestimmung

Eine vergleichende Untersuchung über Lernmotivation der Musikstudierenden in Taiwan und Österreich

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Yuan-hao Wu

In dem vorliegenden Werk wird die Lernmotivation der Musikstudierenden aus Taiwan und Österreich mittels theoretisch elaborierten Theorien wie der Self-Determination Theory empirisch verglichen. Dabei werden unterschiedliche kulturelle Prägungen und Erziehungsphilosophien thematisiert, die zu einer konträren Einstellung und Motivation führen können. Diese Thematik ist nicht nur deshalb von Interesse, weil eine wissenschaftliche Fundierung der Lernmotivation von angehenden Berufsmusikern – sowohl in Taiwan als auch in Österreich – ein Desideratum darstellt, sondern auch hinsichtlich der jeweiligen gesellschaftspolitischen Implikationen. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich Stärken und Schwächen der jeweiligen Bildungssysteme herauslesen und praktische Hinweise ableiten.

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Vorwort

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Angehende Musiker absolvieren zu Hause durchstrukturierte Übungsstun- den mit ihrem Instrument, während Nachbarskinder auf dem Spielplatz un- gezwungen und unbeschwert toben. Nennt man es „Geige spielen”, klingt es wie eine Freizeitbeschäftigung. Aber die Realität lehrt, dass Üben harte Arbeit ist: eine Tätigkeit, die Disziplin, Ausdauer und Selbstkritik erfordert. Der Urantrieb, ein Instrument zu erlernen, entspringt oft der Liebe zur Musik und einem inneren Drang, mit Tönen zu kommunizieren. Aber bald (gerade in der frühen Kindheit) werden Erwartungen der Eltern, Forderungen der Lehrer, Regeln des Schulsystems und gesellschaftliche Werte in den Cocktail der Motivation hineingemischt. Spätestens dann im Musikstudium drängen sich Fragen nach Selbstbild, Selbstverwirklichung und kreativen Spielräu- men auf. Der inzwischen erwachsene Musiker weiß oft nicht mehr oder nicht so recht, welche Antriebsquellen er benötigt, um das Studium durchzu- stehen und sich anschließend ein Leben lang weiter mit Musik zu beschäf- tigen. Die eigene, innere Stimme und die der Familie sagen, das teuere Musikstudium soll nicht „umsonst” gewesen sein. Wer weitgehend auf seine Kindheit verzichtet hat, um die laut Expertiseforschung1 notwendigen zehn Jahre, sprich 10.000 Stunden aufzubringen, hat in der Regel keinen „Plan B“. Er hat kaum Interessen, Freunde oder Fähigkeiten außerhalb der Musik. Daher gehört zu den brennenden Themen der Musikpädagogen eindeutig die Motivation im allgemeinen und die Studienmotivation im besonderen. Das Ziel meiner neuen Reihe The Art and Science of Musik Teaching and Performance ist interdisziplinäre Arbeit. Im Zentrum steht die...

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