Show Less

Spuren früher Textkompetenz

Schriftliche Instruktionen von ein- und mehrsprachigen 2.-KlässlerInnen im Vergleich

Series:

Anne von Gunten

Diese Studie untersucht die instruktive Textkompetenz von 90 ein- und mehrsprachigen 2.-KlässlerInnen mit Migrationshintergrund anhand linguistischer Textanalysen und vergleicht diese Ergebnisse mit der orthographischen Kompetenz der Kinder. Es zeigt sich, dass die Anleitungen mehrheitlich bereits Spuren von Textkompetenz aufweisen, die Unterschiede zwischen ein- und mehrsprachigen Kindern gering ausfallen und in beiden Untersuchungsgruppen ein Zusammenhang zwischen instruktiver und orthographischer Kompetenz besteht. Entgegen gängiger Annahmen zum frühen Schreibentwicklungsstadium lassen sich in Ansätzen adressatenorientierte und textsortensensible Strategien der etwa 8-jährigen SchreiberInnen nachweisen, woraus didaktische Anregungen für den frühen Schreibunterricht abgeleitet werden.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3 Aus der Theorie abgeleitete Fragen für denempirischen Teil

Extract

167 3 Aus der Theorie abgeleitete Fragen für den empirischen Teil Nachdem im Theorieteil die für diese Arbeit linguistischen Instrumente zur Analyse vorgestellt wurden, wird in diesem Kapitel das eingangs geschilderte Forschungsinteresse konkretisiert. Zunächst wird in Kapitel 3.1. die theoretische Vergleichsfolie für die Analyse instruktiver Textqualität diskutiert, während in den Kapiteln 3.2 und 3.3 eine Präzisierung der Forschungsfragen erfolgt. In den folgenden Abschnitten wird dargelegt, welches die tiefer liegenden Annahmen sind, die die Untersuchungsanlage und den Blickwinkel in der Textanalyse prägen. Wenn Bereiter (1980, 84) ein zentrales Charakteristikum der frühen Textpro- duktion als associative writing bezeichnet oder Bereiter und Scardamalia (1987, 57) in ihrem viel beachteten Beitrag das knowledge telling (assoziative Schreib- strategie) dem knowledge transforming (expertenhaftes Schreiben) gegenüber- stellen (vgl. Kap. 2.2.3), geschieht dies auf eine differenzierte Weise, da in ihrem Modell situative Einflüsse und Rückkoppelungen verschiedener kognitiver Fak- toren einbezogen werden. Feilke (1994, 1185f.) beschreibt das frühe Textpro- duktionsentwicklungsstadium, indem er die Gemeinsamkeiten im Ausbau von Kohärenzstrategien verschiedenen Erwerbsphasen zuordnet und in einer ersten Phase das „Prinzip szenischer Kontiguität“ erkennt. Auch seine Sicht auf Kin- dertexte wirkt lernersensibel, da er nicht in erster Linie nach der Erfüllung von normativ interpretierten Textsortenschemata sucht, sondern der eigenen Textrea- lisation Vorrang gibt (vgl. Weinhold 2000, 69; Kap. 2.2.4). Diese von verschiedenen vielzitierten SchreibforscherInnen als zentral er- achteten Textcharakteristika des frühen Schreibentwicklungsstadiums sind als Allgemeingut in die Betrachtungsweisen von Kindertexten eingegangen. Die Schwierigkeit hierbei ist...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.