Show Less

Methodenkombination in der Metaphernforschung

Metaphorische Idiome des Lebens

Series:

Tamàs Kispàl

Wenn man über das menschliche Leben spricht oder schreibt, benutzt man oft metaphorische Ausdrücke wie am Kreuzweg stehen oder sein Leben aufs Spiel setzen. Im ersten Teil der Arbeit geht der Autor der Frage nach, wie metaphorische Idiome im Rahmen der kognitiven Linguistik, unter kritischer Betrachtung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson, untersucht werden können. Im empirischen Teil wird eine Sammlung von deutschen metaphorischen Lebens-Idiomen aus Wörterbüchern und aus dem Deutschen Referenzkorpus (IDS-Korpus) zusammengestellt und ihre Motiviertheit in Korpusbelegen untersucht. Die Idiome werden demnach nicht nur durch konzeptuelle Metaphern, sondern auch durch Symbole sowie etymologisches, kulturelles und enzyklopädisches Wissen motiviert.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

3. Idiome in der kognitiven Metapherntheorie

Extract

Die Ausprägung der konzeptuellen Metaphern erfolgt auf verschiedenen sprachlichen Ebenen: von den Einwortmetaphern bis zu den Phraseologismen, einschließlich der Kollokationen, Idiome und Sprichwörter (vgl. Ewald 1999). Obwohl die Heterogenität auf den verschiedenen sprachlichen Realisierungs- ebenen der Metaphern in der Theorie von Lakoff und Johnson nicht besonders hervorgehoben wird, - weil es ihnen ja hauptsächlich um die systematische Darstellung der konzeptuellen Metaphern und weniger um die der sprachlichen Metaphern geht -, ist diese Heterogenität an ihren zahlreichen sprachlichen Beispielen doch leicht zu erkennen. Während es z.B. bei Wörtern festsitzen, umkehren, untergehen, Sackgasse, Leerlauf in Bezug auf die konzeptuelle Metapher Liebe ist eine Reise um die metaphorische Verwendung von Einzelwörtern, d.h. um Einwortmetaphern oder Kompositionsmetaphern geht, handelt es sich bei langer Weg, auf Grund laufen, auf das falsche Gleis geraten um mehr oder weniger feste Wortverbindungen, d.h. um Kollokationen oder Idiome.28 Bei den sprachlichen Realisierungsformen der konzeptuellen Metaphern haben bereits Lakoff/Johnson (1980 [2000]: 65) auf „Rede- wendungen“ und „lexikalisierte feste Wortverbindungen“ hingewiesen. 3.1. Definition und Eigenschaften der Idiome Idiomatik wird in der germanistischen Phraseologieforschung traditionell in ei- nem engeren Sinne, in der angelsächsischen Forschung in einem weiteren Sinne verstanden. Im engeren Sinne werden nur die nichtmotivierten nichtkompositio- nellen festen Wortverbindungen zu den Idiomen gerechnet, im weiteren Sinne jedoch beliebige Sprachzeichen (von Morphemen bis zu Sätzen/Texten) auf- grund der Festigkeit und Nonkompositionalität. Zu der weiteren Auffassung der Idiomatik gehört die Theorie der „idiomatischen Prägung“, die sich in einem sprach-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.