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Mehrsprachigkeit aus der Perspektive zweier EU-Projekte

DYLAN meets LINEE

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Edited By Cornelia Hülmbauer, Eva Vetter and Heike Böhringer

Mehrsprachigkeit wirkt auf verschiedensten Ebenen. Innerhalb der EU sind insbesondere Ansprüche sozio-politischer Art augenfällig. Der Band hinterfragt die europäische Mehrsprachigkeit als Chance und Herausforderung für die Wissensgesellschaft. Ausgangspunkt der Beiträge ist ein verbal-Workshop während der 36. Österreichischen Linguistiktagung (Wien, 2008). Dabei tauschten sich mit Wien assoziierte oder eng kooperierende Forschende aus den zwei EU-Großprojekten DYLAN (Language Dynamics and Management of Diversity) und LINEE (Languages in a Network of European Excellence) über erste Ergebnisse aus. Die schriftliche Fassung der Beiträge zeigt die Mehrdimensionalität und die Fragmentiertheit des Konzepts und des Forschungsbereichs Mehrsprachigkeit auf und lädt gleichzeitig zum Überschreiten disziplinärer wie geografischer Grenzen ein.

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Perspektivierung des Forschungsgegenstandes

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17 Rita Franceschini Mehrsprachigkeit: Forschungsperspektiven 1 Einige Kernaussagen: zur Perspektivierung der Gedanken Diversität ist ein kennzeichnendes Merkmal des europäischen Sprachraumes: religiöse, kulturelle und sprachliche Diversität prägen den europäischen Kultur- raum seit alters her. Sich dessen bewusst zu sein, schützt uns Sprachwissen- schaftler davor, allzu voreilig Mehrsprachigkeit als ein eben erst entstandenes Phänomen zu sehen, das z.B. durch Migrationen der letzten Jahrzehnte vermehrt nach Europa gebracht worden ist. Es lässt uns ferner darüber sinnieren, durch welche Verengungen der Perspektive vielen wissenschaftlichen Vorfahren we- sentliche Einblicke in die Sprachentwicklung und -theorie entgangen sind, galt doch deren (unhinterfragte) Annahme eher der „Einzelsprachlichkeit“ (s. z.B. die Beschäftigung mit Aspekten von Einzelsprachengrammatiken), sowie der Einsprachigkeit des Menschen als Normalfall. Nachdem die Homogenität (im Extremfall die Reinheit) der Sprachstrukturen und des sprachlichen Verhaltens lange im Zentrum des Interesses stand (und nicht so sehr die Variabilität und der Kontakt), brachte das Aufkommen der Soziolinguistik in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine wesentliche Ausweitung der Perspektive hin zu variablen Strukturen im Sprachgebrauch. Speziell die Kontaktlinguistik hat das Zusammenwirken verschiedener Sprachen zum Gegenstand erhoben. Beide Gebiete1 eröffneten der heutigen Mehrsprachig- keitsforschung den Weg. Ein weiteres Merkmal, das mit der Beschäftigung mit Mehrsprachigkeit einher- geht, ist die Notwendigkeit, den kulturellen und sozialen Rahmen stark zu berücksichtigen: man denke an die verschienen Formen des Spracherwerbs in und außerhalb der Familie, in Kontaktsituationen, in Migrationskontexten etc., welche nicht ohne ein Mindestmaß an Kultursensitivit...

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