Show Less

Gesetzgebungskompetenz für den Strafvollzug im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland

Eine Analyse anlässlich der Föderalismusreform 2006 unter besonderer Berücksichtigung der Ziele und Aufgaben des Strafvollzugs

Series:

Klaus Jünemann

Soll das Grundgesetz dem Bund oder den Ländern die Befugnis zur Gesetzgebung für den Strafvollzug zuweisen? Dieser aus strafvollzuglicher wie aus bundesstaatlicher Sicht fundamentalen Frage spürt die Arbeit nach. Den konkreten Anlass der Untersuchung bildet die sogenannte «Föderalismusreform 2006», in deren Rahmen die strafvollzugliche Gesetzgebungsbefugnis ausdrücklich vom Bund auf die Länder übertragen wurde. Der Kompetenzwechsel stieß in der Fachwelt auf ebenso einhellige wie scharfe Ablehnung. Nach der zentralen These der Arbeit sprechen dagegen keine überzeugenden fachlichen Gründe für eine Bundeszuständigkeit. Daneben fördert die Untersuchung die überraschende Erkenntnis zu Tage, dass der Bund völlig unbemerkt die Zuständigkeit für den Strafvollzug bereits seit 1994 verloren hatte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Inhaltsverzeichnis

Extract

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ................................................................. XIX A. EINFÜHRUNG .............................................................................................. 1 B. GRUNDLAGEN ............................................................................................. 3 I. Begriff des Strafvollzugs ................................................................................. 4 II. Sinn und Zweck der Strafe ........................................................................... 5 III. Unverzichtbarkeit des Freiheitsentzugs ................................................... 10 1. Abolitionistische Forderung nach Abschaffung der Gefängnisse ............... 10 2. Alternativlosigkeit der Freiheitsstrafe .......................................................... 12 IV. Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung des Strafvollzugs ............... 20 1. Auswirkungen des Strafvollzugs auf den Gefangenen ................................ 20 2. Figur des besonderen Gewaltverhältnisses .................................................. 23 C. GESETZGEBUNGSKOMPETENZ FÜR DEN STRAFVOLLZUG ZWISCHEN BUND UND LÄNDERN ............................................................ 29 I. Ursprüngliche Bundeskompetenz – die Bedürfnisklausel des Art. 72 Abs. 2 a.F. GG ...................................................................................... 30 II. Heimlicher Übergang der Kompetenz auf die Länder – das 42. Änderungsgesetz zum Grundgesetz von 1994 ................................... 32 1. Anlass und Ursache der Verfassungsrevision .............................................. 32 2. Implementierung der Erforderlichkeitsklausel in Art. 72 Abs. 2 GG .......... 35 3. Auswirkungen der neuen Erforderlichkeitsklausel auf den Strafvollzug .... 37 a) „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ ......... 38 b) „Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse“ ....................................................................................................... 39 c) Erforderlichkeit einer bundesgesetzlichen Regelung? .............................. 42 (aa) Geringst möglicher Eingriff in das Gesetzgebungsrecht der Länder .. 42 (bb) Das Zusammenspiel von verfassungsrechtlicher Präformation und qualifizierter Rechtszersplitterung ............................................................. 45 Inhaltsverzeichnis X d) Zwischenergebnis ..................................................................................... 49 4. Konsequenzen für die Strafvollzugsgesetzänderungsgesetze von 1994 bis 2006 ............................................................................................................ 50 a) Begrenzte Änderungsbefugnis des Bundes für das gem. Art. 125a Abs. 2 Satz 1 GG fortgeltende Strafvollzugsgesetz ...................... 51 b) Analyse der einzelnen Strafvollzugsgesetzänderungsgesetze .................. 53 (aa) „Technische Modifikationen“ ............................................................. 53 (bb) „Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten“ vom 26.1.1998 .................................................... 54 (cc) „Viertes Gesetz zur Änderung des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.