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Was ist eigentlich Afrikanistik?

Eine kleine Einführung in die Welt der afrikanischen Sprachen, ihre Rolle in Kultur und Gesellschaft und ihre Literaturen

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H. Ekkehard Wolff

Das Buch stellt eine immer noch wenig bekannte Fachdisziplin vor. Vor gut 125 Jahren entstanden, hat sich die Afrikanistik längst von ihren frühen kolonialwissenschaftlichen Fesseln befreit. Sie bietet heute – auf sprachwissenschaftlicher Grundlage – einen modellhaften transdisziplinären Zugang zu Sprachen, Kulturen und Gesellschaften in Afrika an. Ausgehend von der Vielsprachigkeit Afrikas stellt das Buch zunächst das neuere Forschungsparadigma «Sprachen als Ressourcen» im Rahmen einer Angewandten afrikanischen Soziolinguistik vor. Der traditionelle, engere sprachwissenschaftliche Ansatz wird anhand des Hausa (Westafrika) exemplifiziert. Den literaturwissenschaftlichen Ansatz illustriert die Beschäftigung mit der zeitgenössischen politischen Dichtung im Kiswahili (Ostafrika).

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Marion Feuerstein: Abdilatif Abdalla, die Macht der Sprache

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117 Marion Feuerstein Abdilatif Abdalla, die Macht der Sprache Afrikanische Literaturen im Allgemeinen Afrika hat einige Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen und -Träger vorzuweisen sowie Preisträger anderer bedeutender literarischer Auszeichnungen. Wole Soyinka (Nobelpreis für Literatur 1986), Chinua Achebe (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2002), beide Nigeria, Nadine Gordimer (Nobelpreis für Literatur 1991), Südafrika, Ngugi wa Thiong’o, Kenia, und Nagib Machfus (Nobelpreis für Literatur 1988), Ägypten, werden hier stellvertretend genannt für die großen Klassiker, die internationales Ansehen genießen. Andere bedeu- tende Namen sind hinzu gekommen und finden viel Beachtung unter Kritikern und Lesern. Chimamanda Ngozi Adichie aus Nigeria sei beispielhaft genannt, deren Erzählsammlung The Thing around your Neck (2009) gerade beim S. Fi- scher Verlag in deutscher Übersetzung erschienen ist unter dem Titel Heimsu- chungen (2012). Sie gilt als großes Erzähltalent und „steht auf der renommierten Liste der >20 besten Schriftsteller unter 40< des New Yorker“.52 Dies sind nur einige wenige Beispiele für den literarischen Reichtum, den der Kontinent zu bieten hat und für Autorinnen und Autoren aus Afrika, die in- ternational beachtet werden, weil sie ganz oder teilweise in einer der ehemaligen Kolonialsprachen schreiben und somit im internationalen Literaturbetrieb wahr- genommen werden. Unvergleichlich viel größer sind die literarischen Schätze, die ausschließlich in afrikanischen Sprachen – sei es mündlich oder schriftlich – verfasst wurden und immer noch werden. Sie haben es, schon aus sprachlichen Gründen, viel schwerer, Anerkennung im internationalen Literaturbetrieb zur erlangen. Für eine besonders...

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