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Literatur – Lesen – Lernen

Festschrift für Gerhard Rupp

Daniela A. Frickel and Jan Boelmann

Gerhard Rupp hat sich in seiner herausragenden Forschertätigkeit, zuletzt als Professor für Literaturwissenschaft (Didaktik der Germanistik) an der Ruhr-Universität Bochum, auf die Schwerpunkte Literatur – Lesen – Lernen konzentriert. Die versammelten Beiträge von Forscherkollegen, Weggefährten und Freunden aus verschiedenen Bereichen der Germanistik knüpfen an dieses Forschungsspektrum an. Perspektiviert werden unter anderem aktuelle Aspekte der empirischen Leseforschung, der Lesekompetenz, der Lesesozialisation sowie eines zeitgemäßen und handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts. Aber auch bildungspolitische Fragen und die Debatte um Bildungsstandards und (literarische und sprachliche) Kompetenzen werden hier verhandelt. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge widmen sich überwiegend dem autobiographischen Schreiben, aber auch dem Thema interkulturelle Literatur. Der Band leistet damit auch einen Beitrag zu aktuellen Diskursen der repräsentierten Disziplinen, insbesondere aber der Deutschdidaktik.

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Anton Reiser liest sich in die Welt.Karl Philipp Moritz erzählt seine Lesesozialisation. Susanne Knoche

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Anton Reiser liest sich in die Welt. Karl Philipp Moritz erzählt seine Lesesozialisation1 Susanne Knoche Abstract Lesen eröffnet Anton Reiser eine neue Welt. Die braucht er zum Überleben in seiner ihn niederdrückenden Umwelt. Er liest religiöse Texte, gelehrte und schöne Literatur inten- siv, ausgedehnt und besessen. Davon erzählt Karl Philipp Moritz in seinem Roman aus dem 18. Jahrhundert. Forschungen zur Lesesozialisation ermöglichen im 21. Jahrhundert eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen des Lesens auf die Entwicklung dieses jungen Menschen. Karl Philipp Moritz’ Roman Anton Reiser, nach Fragmenten und Vorabdru- cken erschienen in vier Teilen zwischen 1785 und 1790, erzählt von der Ent- wicklung des jungen Anton zum jungen Erwachsenen im sozialen Zusam- menhang einer wirtschaftlich nicht privilegierten, zudem durch religiöse Querelen belasteten Familie in Preußen. Er kann ein psychologischer Roman genannt werden oder auch eine Biographie, darauf weist der Erzähler selbst im Untertitel Ein psychologischer Roman und in seiner Vorrede zum ersten Teil hin. Diese von ihm erzählte „innere Geschichte“ ereignet sich entschei- dend durch das Lesen von Literatur.2 Anton liest sich durch die Texte seiner Zeit, durch religiöse, durch schulische und gelehrte, durch schöne Literatur; der Roman kann also auch ein Leseroman genannt werden, und zwar in doppelter Hinsicht: zum einen erzählt er von der Lektüre Antons und dem Eindruck, den sie auf ihn macht, zum anderen erfährt der Leser des Romans viel über die Literatur des vergangenen Jahrhunderts, wird doch auf mehr...

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