Show Less

Poetiken des Auf- und Umbruchs

Series:

Edited By Dagmar von Hoff, Monika Szczepaniak and Lena Wetenkamp

Der etymologische Bedeutungsgehalt der Worte Aufbruch und Umbruch ist nicht eindeutig und beinhaltet zum einen die kriegerischen Bedeutungen des Aufbruchs der Wunde und des Lagers. Zum anderen umfasst er aber auch positive Konnotationen wie den Aufbruch in eine neue Epoche und den Umbruch der Erde als Vorbereitung des Ackers auf neuen Ertrag. Die wissenschaftlichen Analysen nähern sich diesen Bedeutungen aus vielfältigen Perspektiven und zeigen, dass unterschiedliche Poeten des Auf- und Umbruchs diesen Zeitenwenden, Umbrüchen und Aufbruchsphänomenen in ihren Werken nachgehen. Die Namen der Schriftsteller reichen von Wolfram von Eschenbach, Georg Büchner, Anna Seghers, H. G. Adler, Yvan Goll, Wilhelm Furtwängler, Bertolt Brecht, Gertrud Kolmar, Elisabeth Langgässer, Paul Celan bis zu Andrzej Stasiuk.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Niederlage und Aufbruch. Die Toten bleiben jung von Anna Seghers: Bernhard Spies

Extract

Niederlage und Aufbruch. Die Toten bleiben jung von Anna Seghers Bernhard Spies Als Anna Seghers im Jahr 1947 nach Deutschland zurückkam, hatte sie das fast vollständig ausgearbeitete Manuskript eines Romans im Gepäck, der unter dem Titel Die Toten bleiben jung 1949 etwa zeitgleich bei Aufbau und Suhr- kamp erschien – es war die letzte gesamtdeutsche Erstveröffentlichung von Anna Seghers. Das umfangreiche epische Werk ist als Roman einer Epoche angelegt, die vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs reicht. Der Anspruch des Romans geht dahin, die Entwicklung der Gesellschaft in der Weimarer Republik und im nationalsozialistischen Deutschland bis zur militäri- schen Zerschlagung 1945 in allen wichtigen Zügen zu durchleuchten. Dass der Rückblick auf knapp drei Jahrzehnte, deren Not und Gewalt alles bisher Gekannte in den Schatten stellten, eine Linie von der Niederlage zu einem Aufbruch in neue und bessere Zeiten ziehen würde, das war von dem Roman zu erwarten, schon deshalb, weil er aus der Feder von Anna Seghers stammte. Die Schriftstellerin, 1900 in Mainz geboren, war 1933 ins Exil gegangen, weil ihr Leben gleich aus zwei Gründen durch die Nationalsozialisten bedroht wurde: Zum einen war sie jüdischer Herkunft, zum anderen war sie 1928, im Jahr ihres literarischen Durchbruchs, der Kommunistischen Partei beigetreten und am Beginn der 30er Jahre die wohl prominenteste Frau in der relativ großen Gruppe von Schriftstellern und Theaterleuten, die sich politisch an der Position der Kommunisten orientierten. Mit der Flucht im März...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.