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Die Reformen von Windesheim und Bursfelde im Norden

Einflüsse und Auswirkungen auf die Klöster in Holstein und den Hansestädten Lübeck und Hamburg

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Marina Loer

Die Kongregationen von Windesheim und Bursfelde waren die größten Klosterverbände, die im Zuge der spätmittelalterlichen Ordensreformen entstanden. Den Wirkungen dieser Reformbewegungen auf Klöster in Holstein, Lübeck und Hamburg ist die Studie gewidmet. Damit wird eine von den Zentren der Reform aus gesehen periphere Klosterlandschaft in den Blick genommen. Das Erkenntnisinteresse der Studie richtet sich dabei sowohl auf den Prozess der Reformeinführung als auch auf die innerklösterliche Umsetzung. Einerseits wird untersucht, wie sich der actus reformationis mit den daran beteiligten Handlungsträgern gestaltete. Andererseits wird der Frage nach einer Verinnerlichung der Reform anhand zweier Schriftzeugnisse, nämlich des Cismarer Nekrologs und der Bordesholmer Professurkunden, nachgegangen.

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3 Der Prozess der Reformeinführung

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Ein solcher Eingriff in die innerklösterliche Ordnung vollzog sich in einem charakte- ristischen Prozessverlauf. Wenn auch jeder Konvent seine eigene Reformgeschichte hatte, so ist der Prozess der Reformeinführung doch idealtypisch in verschiedene Ele- mente unterteilbar: Initiierung der Reform: Der Entschluss und die Initiative zur Reform eines Klos- ters ging in den meisten Fällen nicht vom Kloster selbst aus, sondern von außerklöster- lichen Akteuren wie Päpsten, Bischöfen, Landesherrn und Stadträten oder auch von Windesheimer bzw. Bursfelder Reformern direkt. Nicht immer ist eindeutig ein Initia- tor auszumachen, in einigen Fällen ergaben sich die Reforminitiativen auch aus einem kommunikativen Aushandlungsprozess verschiedener Gruppen.47 Wichtig war die tat- sächliche oder behauptete Legitimation für den Eingriff, also das Berufen auf bischöf- liche Ordinarsgewalt, Vogteirechte oder päpstliche Mandate.48 Betrachtet man die sieben Klöster der Untersuchung, so lässt sich trotz aller Tren- nungsunschärfe bei über der Hälfte ein bischöfliches Reformgebot ausmachen. Gingen die Reformen Segebergs und Cismars auf Initiativen des Lübecker Bischofs Nikolaus Sachow (1439-1449) zurück, so bemühte sich Heinrich von Schwarzburg, Administra- tor des Erzbistums Bremen-Hamburg (1463-1496), um die Reformen Harvestehudes und Bordesholms.49 Um eine landesherrliche Reforminitiative hingegen handelte es sich beim Zisterzienserinnenkloster Reinbek. Vordergründig ging dessen Reform zwar auf eine Anordnung Papst Alexanders VI. (1492-1503) zurück, doch wurde diese von Herzog Friedrich I. von Schleswig und Holstein (1490-1533) erwirkt.50 Bei St. Johan- nis in Lübeck lassen sich initiierende Aktivitäten des ber...

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