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Mehrsprachigkeit türkischer Schüler in Frankreich und Deutschland

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Ann-Birte Krüger

Der Band widmet sich der Mehrsprachigkeit und den sprachlichen Repertoires von Schülern mit Migrationshintergrund in Frankreich und Deutschland. Im ersten Teil dieser soziolinguistischen Studie steht die Analyse von Interviews mit Grundschülern türkischer Herkunft in den Regionen zu beiden Seiten des Oberrheins im Mittelpunkt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit sowohl auf den Ausbau der sprachlichen Repertoires in der Schule als auch auf den Sprachkontakt in Schule und Familie. Ausgehend von diesen Analysen liegt im zweiten Teil der Studie der Akzent auf der Schulsprachenpolitik in Frankreich und Deutschland, die einen Erklärungsrahmen dafür darstellt, wie sich bei den Kindern türkischer Herkunft der Ausbau des sprachlichen Repertoires entwickelt. So wird der Frage nachgegangen, welche Stellung den Sprachen und welche Räume der Mehrsprachigkeit in Schulprogrammen, in offiziellen Texten zum muttersprachlichen Unterricht und in innovativen Projekten in der grenzüberschreitenden Untersuchungsregion zugewiesen werden.

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Kapitel 1: Einleitung

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1.1 Migration, Mehrsprachigkeit und Schule – eine Herausforderung? Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt werden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene als erstrebenswert propagiert. Doch trifft das auf alle Sprachen zu? Wie sieht es mit der Mehrsprachigkeit von Migranten aus? Und welche Rolle spielt dabei die Schule? Umfragen in Essen (Projektgruppe SPREEG 2001), Hamburg (Gogolin 2004) und Lyon (Akinci/de Ruiter et al. 2004) zur Sprachenvielfalt in Schulen belegen, dass die Schülerschaft in deutschen und französischen Großstädten sprachlich äußerst heterogen ist. Internationale Vergleichsstudien kommen im Rahmen des „Multilingual Cities Project“, das von der Universität Tilburg in den Niederlanden koordiniert wurde, zu ähnlichen Ergebnissen (Extra/Yagmur 2003). Sie zeigen, dass neben der Schulsprache in den Familien insgesamt etwa 100 verschiedene Sprachen von den Grundschulkindern gesprochen werden. Maas (2008, 605) führt für Deutschland folgende Daten für den Schulbereich an: 1965 befanden sich nach den Kultusministerkonferenz-Statistiken 35.000 „aus- ländische“ Schüler in den Schulen der alten Bundesrepublik, heute dagegen belegen Statistiken die Zahl von etwa drei Millionen Schülern mit Migrations- hintergrund. Von ihnen sind über 2,2 Millionen in Deutschland geboren und haben keine eigene Migrationserfahrung (Bundesbeauftragte der Bundesregie- rung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2010, 90-91). Türken stellen in Deutschland mit knapp zwei Millionen die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe dar, ihr folgen Einwanderer aus Ex-Jugoslawien und Italien. Laut Konsortium Bildungsberichterstattung (2006, 178) liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund weit über den Zahlen, die die...

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