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Der Weg von syntaktischer Fügung zum Wort

Eine Analyse deutscher substantivischer Univerbierungen unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive

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Nathanael Baché

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie durch unterschiedliche Muster der Univerbierung, Inhalte von Sätzen oder syntaktischen Fügungen im Deutschen zu Wortinhalten komprimiert werden. Die unterschiedlichen morphosyntaktischen Prozesse der Univerbierung werden unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive beleuchtet. Anschließend wird die Hypothese der Begriffskonsolidierung bei Univerbierung an einzelnen ausgewählten Beispielen der Typen Rektions-, Phrasenkompositum, Phrasenderivat und -konversion sowie Zusammenbildung auf der Grundlage einer Korpusstudie überprüft. Die Untersuchung stützt sich auf das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo) sowie das Recherche- und Analyseprogramm Cosmas II. Das Ergebnis der Korpusrecherche bestätigt die Hypothese der Begriffskonsolidierung in den meisten untersuchten Fällen. In einigen Fällen lässt sich auch eine gegenläufige Entwicklung, die Begriffsdekonsolidierung, feststellen. Vor diesem Hintergrund werden dann die syntaktischen Möglichkeiten der inhaltlichen Komprimierung im Französischen betrachtet. Es zeigen sich wesentliche Unterschiede in dem Bereich der Wortbildung zwischen den beiden Sprachen.

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Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, substantivische Univerbierun- gen zu durchleuchten. Dabei verfolgte die Analyse die Fragestellung, ob der Weg von syntaktischer Fügung zum Wort nachgewiesen werden kann. Um diese Frage zu beantworten, wurde das Phänomen der `Univerbierung´ unter drei Sprachaspekten untersucht: dem synchronen, diachronen und sprachverglei- chenden Gesichtspunkt. Die vorliegende Untersuchung gliedert sich in sechs Teile bzw. zehn Kapitel. Im ersten Teil ging es um eine Überblicksdarstellung der deutschen Wort- zusammensetzungen bzw. Komposita vom Althochdeutschen zum Neuhoch- deutschen. Am bedeutsamsten für die vorliegende Untersuchung war die zwei- gliedrige Teilung der Komposita in eigentliche und uneigentliche Komposita. Letztere wurden als Verbindungen ursprünglicher Syntagmen oder Genitivkon- struktionen, die zu einem Wort verschmelzen, analysiert. Es konnte anschlie- ßend eine Verbindung zwischen den damaligen uneigentlichen Komposita mit Komposita wie Eintagsfliege, Schuhmacher oder Altweibersommer, die bereits als Univerbierungen angesehen wurden, hergestellt werden. Eine klare, aus die- sem Teil gewonnene Erkenntnis ist, dass die uneigentlichen Komposita den Univerbierungen als Grundlage gedient und sich ab dem Frühneuhochdeutschen immer weiter entfaltet haben. Nach diesem geschichtlichen Einstieg wurden im zweiten Teil einige aus- gewählte deutsche Grammatiken untersucht. Schwerpunkt dieser Untersuchung war es herauszufinden, wie mit dem Begriff, aber auch Phänomen der `Univer- bierung´ in den deutschen Grammatiken umgegangen wird. Die Analyse der Grammatiken brachte einige interessante Ergebnisse mit sich: Insbesondere an- hand der Ausführungen von Eichinger (2000), Eisenberg (2004) und Nübling (2008) konnte die Verbindung zwischen den uneigentlichen Komposita aus Grimms (1826) Einteilung und dem Phänomen der...

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