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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Voraussetzungen, Konzeption und Umsetzungsschritte

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1. Die Bewahrung des Gedächtnisses Am 20. Juni 1947 wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie das ehe­ malige Konzentrationslager Mauthausen aus der Hand der sowjetischen Be­ satzungsmacht in die Obhut der Republik Österreich übergeben. In der Ubergabeurkunde verpflichtete sich die österreichische Bundesregierung dazu, „die Gebäude des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen als Denkmal zur Erinnerung an die durch nazistische Henkersknechte hinge­ mordeten Opfer in ihre Obhut zu nehmen und zu bewahren“1. Die bauli­ chen Überreste des Lagers, so die Vorstellung, sollten das Leiden der Häft­ linge repräsentieren, während das de facto erzwungene Bekenntnis zu deren Erhaltung die Gründung der Zweiten Republik zugleich in symbolischen Bezug zu einem dauerhaften Gedenken an die Verbrechen des Nationalso­ zialismus und seiner Opfer stellte. Mit der Eröffnung der Gedenkstätte Mauthausen im Jahr 1949 kam die Republik Österreich der in der Übergabeurkunde formulierten Forde­ rung nach Erhaltung des ehemaligen Lagers als Denkmal nach. Besonders von Seiten der Überlebenden regten sich jedoch bald schon Zweifel dar­ an, dass allein vermittels der baulichen Überreste ein entsprechendes Ver­ ständnis von den historischen Geschehnissen bei den Besucherinnen und der Öffentlichkeit hergestellt werden könnte. Es waren daher auch die Op­ ferverbände, von denen die ersten Initiativen ausgingen, die Relikte — etwa 1 Vgl. Abdruck der Übergabeurkunde in: KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Mauthausen Memorial2007. Forschung — Dokumentation — Information, hrsg. von Bundesminis­ terium für Inneres, Wien 2008, S. 49. 222 Christian Dürr /Robert Vorberg mittels Informationsbroschüren oder Beschilderungen vor Ort — mit his­ torischen...

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